08.08.2016, 08:43 Uhr

Internationales Laufmeeting: Siegreiche Igla-Werfer und drei neue Stadionrekorde

Athleten aus 14 Nationen lieferten sich spannende Wettkämpfe am Samstag in Andorf

ANDORF. Die Sportunion IGLA long life als Veranstalter des Meetings ist vor allem stolz auf sein Rekord-Duo Anna Baumgartner und Paul Seyringer, die in ihren Rennen jeweils einen neuen österreichischen U16-Rekord aufstellen konnten. Paul Seyringer aus Gampern knackte den 42 Jahre alten 1000-Meter-Rekord in der Klasse U16, den er um 22 Hundertstel schneller lief als einst der Oberösterreicher Günther Pichler. Seine Zeit: 2:30,58 Minuten.

Auch Anna Baumgartner aus Marchtrenk setzte alles auf eine Karte und lief über 1000 Meter in 2:50,40 Minuten ebenfalls einen neuen österreichischen U16-Rekord (2:51,64 Minuten von Lisa Leuthner aus dem Jahr 2005). Auch für Baumgartner ist das heuer nach 3000 Meter bereits Österreichischer Rekord Nummer zwei.


Hochsprung: Über Freiwillige statt über die Latte

Auf ein spannendes Duell lief der Hochsprung der Männer hinaus: Stadion-Rekordhalter Milos Todosijevic aus Serbien und Lukas Beer aus der Slowakei sorgten bei den Zuschauern an der Hochsprunganlage für Nervenkitzel. Beer kürte sich mit übersprungenen 2,19 Metern schließlich zum Sieger, nachdem Todosijevic diese Höhe nach übersprungenen 2,16 Metern ausgelassen hatte. An den 2,21 Metern scheiterten beide nur knapp. Einen Extra-Applaus holte sich Milos Todosijevic noch mit einer Showeinlage: Er übersprang eine Mauer an mutigen Freiwilligen, die sich unter der Hochsprunglatte postiert hatten.


„Palme“-Speerwurf mit großen Würfen

Den „PALME“-Speerwurf der Frauen entschied die Tschechin Jarmila Jurkovicova mit 53,55 m für sich, Zweite wurde die Deutsche Sarah Leidl (50,10 m), Dritte und damit beste Österreicherin Victoria Hudson (SVS Leichtathletik), Staatsmeisterin 2016, mit 46,80 Metern. Die U18-Klasse gewann Patricia Madl von der Sportunion IGLA long life. Verena Preiner kam auf 43,24 Meter. Bei den Männern siegte der Italiener Norbert Bonvecchio mitt 77,58 Metern vor dem Slowaken Patrik Zenuch (73,19 m) und Jonas Bonewit aus Deutschland (69,87 m). Der beste Österreicher kam vom Veranstalterverein Sportunion IGLA long life: Aaron Hofinger kam mit 51,41 Meter auf Rang 6, sein Tobias Doblhofer gewann die U18-Klasse mit neuem persönlichen Rekord von 59,32 Metern.

100/200 Meter: Einziger österreichischer Sieg

Markus Fuchs, derzeit schnellster Mann Österreichs, holte sich bei starkem Gegenwind den Sieg über 100 Meter in 10,69 Sekunden, er gewann vor den beiden Deutschen Max Entholzer (10,74 Sekunden) und Daniel Hundt (10,91 Sekunden). 11,69 Sekunden brauchte die Slowakin Alexandra Bezekova bis zum 100-Meter-Sieg. Die Wienerin Savannah Mapalagama war die einzige Österreicherin im Finale, sie lief in 11,96 Sekunden auf Rang zwei, knapp vor der Tschechin Kristyna Kobianova in 11,97 Sekunden.
Über 200 Meter ein ganz ähnliches Bild: Bezekova (24,08) vor Mapalagama (24,70) und Klara Seidlova (24,93) aus Tschechien. Bei den Männern siegte Jan Jirka aus Tschechien (21,40) vor dem Deutschen Max Entholzer (21,60) und dem Dänen Simon Hansen (21,76). Bester Österreicher: Thomas Rosenthaler (ATSV Linz LA) auf Rang vier (22,35 Sekunden).

1000 Meter: Guter Abschluss für Andreas Vojta

Knapp an einem rot-weiß-roten Sieg vorbei ging es im 1000-Meter-Lauf der Männer, den der Niederländer Jaap Gerben Vellinga in 2:22,86 Minuten für sich entschied: Andreas Vojta erreichte in 2:23,30 Minuten Rang zwei, Dritter wurde der Kenianer John Kiprop Kosgei in 2:26,86 Minuten.

Im 1000-Meter-Lauf der Frauen siegte die Tschechin Diana Mezulianikova mit neuem Stadion-Rekord von 2:44,72 Minuten, vor Mateja Porkrivac aus Slowenien (2:46,04 Minuten) und der Oberösterreicherin Anna Baumgartner, (Sportunion IGLA long life, 2:50,40 Minuten).

3000 Meter: Kenia voran

Kenia und Eritrea vor Österreich, das war das Bild im 3000-Meter-Lauf der Männer, den der Kenianer John Kiprop Kosgei für sich entscheiden konnte. Er lief nur eine halbe Stunde vorher im 1000-Meter-Bewerb als Dritter über die Ziellinie. Hinter ihm lief Filmon Abraham aus Eritrea in 8:21,73 Minuten auf Rang zwei, Dritter wurde Gilbert Kiprotich Kemoi aus Kenia in 8:24,20 Minuten. Auch Rang vier ging an Kenia, dafür waren die Plätze fünf bis zehn in rot-weiß-rot gehalten. Bester Österreicher: Timon Theurer vom Team 2012.at in 8:58,79 Minuten.

Bei den Frauen ging der 3000-Meter-Sieg an Agata Strausa aus Lettland, die in 9:11,56 Minuten vor der Niederländerin Marcella Herzog (9:29,27 Minuten) und der Kenianerin Caroline Makandi Gitonga (9:44,91 Minuten) gewann. Österreicherin war nach der kurzfristigen Absage von Jenny Wenth keine im Teilnehmerfeld.

Zwei Stadion-Rekorde zum Abschluss

Höhepunkte waren die beiden letzten Läufe des Tages über 400 Meter. Bei den Frauen hieß es Staatmeisterin 400 Meter gegen Staatsmeisterin 400 Meter Hürden – Carina Schrems (Union St. Pölten) gegen Verena Preiner (Union Ebensee). Auch wenn der neue Stadionrekord von 55,29 Sekunden und damit auch der Sieg an die Slowenin Anja Benko ging, so jubelte doch die Oberösterreicherin über Rang zwei und vor allem ihre Zeit von 55,76 Sekunden, Dritte wurde Schrempf in 56,35 Minuten. Preiner pulverisierte ihre persönliche Bestleistung von 60,13 Minuten. „Ich habe nicht gedacht, dass ich so eine Zeit laufen kann. Wir haben erst am Dienstag entschieden, dass ich hier 400 Meter laufe“, so die Ebenseerin.

Auch bei den Männern fiel der Stadionrekord. Wie erwartet siegte der Deutsche Johannes Trefz, er lief 46,64 Sekunden, Zweiter wurde der Österreicher Mario Gebhardt in 48,24 Sekunden, Rang drei ging an den Deutschen Laurin Walter in 48,84 Sekunden. Günther Matzinger lief in 48,84 Sekunden auf Rang 4. „Etwas mehr hätte ich mir schon erhofft, wahrscheinlich bin ich noch nicht ganz erholt von den Österreichischen Meisterschaften. Trotzdem war es ein super Lauf und ein tolles Publikum“, so Matzinger, der am 5. September nach Rio abhebt.

Action in der Luft

Die geplanten Fallschirmsprünge mussten aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Der immer wieder bedeckte Himmel bot den Springern zu wenig konstante Bodensicht. Für Action in der Luft war dennoch gesorgt – mit einer spektakulären Kunstflug-Show von Richard Steiner.

Athleten aus Österreich, Deutschland, Tschechien, Kroatien, Italien, Slowenien, Slowakei, Serbien, Dänemark, Bulgarien, Holland, Kenia, Eritrea und Lettland waren am Start, etwa 1100 Zuschauer sorgten für eine begeisterte Kulisse im Pramtalstadion.

Fotos: Igla, Wolfgang Benedikt
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