09.03.2016, 16:16 Uhr

Käse reift noch auf der Kuhalm

Käseanschnitt mit den Sennleuten Christof Plankl und Birgit Kaufmann sowie Obmann Johann Schalcher (Foto: Richard Dabernig)
RANGERSDORF. Um die mühselige Almwirtschaft am Leben zu erhalten, kommen die Verantwortlichen immer wieder auf neue Ideen. 50 Jahre lang war von der 1.450 Meter hoch gelegenen Lainacher Kuhalm zwei Mal täglich die Milch per Seilbahn ins Tal transportiert worden. Dem schob Johann Schilcher, Obmann der Agrargemeinschaft Lainacheralpe, 2012 einen Riegel vor und ließ auf der Mölltaler Alm für 250.000 Euro die erste Genussland Kärnten-Almkäserei bauen. "Die Milch ist ein viel zu kostbares Gut, als dass es lange Wege bis zur Verarbeitung zurücklegen muss", meint der 54-Jährige.

Einzige Molkerei im Mölltal

Mit der Molkerei, der einzigen im Mölltal, in der in den gut drei Monaten rund 30.000 Liter von 25 Kühen verarbeitet werden, werden noch weitere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: In den Wochen von Mitte Juni bis zum 6. September, in denen die Kuhalm geöffnet hat, können die nebensgewerbmäßigen Almbauern ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen, wie Schilcher, Werkstättenleiter der Maschinenfabrik Springer, aufzählt.

Junge Sennleute

Außerdem wurden für die Schaukäserei zwei Arbeitplätze für die Sennleute Birgit Kaufmann aus dem benachbarten Winklern sowie den Vorarlberger Christof Plankl und ihren Kindern Lena und Elias geschaffen. Die jungen Senner, die mit viel Herzblut ihrer Arbeit nachgehen, bieten in der Ronahütte zum Almfrühstück frisch kredenzte Brettljausen, kräftige Supen und Kuchen an. Vor allem zeigen sie Urlaubern wie auch den 100 bis 150 Kindern, die jährlich die "Schule auf der Alm" besuchen, wie Almkäse hergestellt wird. Außerdem leisten pro Saison junge Landwirtschaftsschüler mehrwöchige Praktika auf der Alm.

Bergkäse im Finale

Produziert wird neben Butter, Frisch- und Schnittkäse, als "Königsdisziplin" (Schilcher) vor allem Bergkäse, der mindestens sechs Monate auf der Alm reift. Er hat sich heuer fürs Finale um die "GenussKrone Österreich", der höchsten Auszeichnung für regionale Lebensmittel, im Frühjahr im niederösterreichischen Wieselburg qualifiziert. Angeboten wird der Bergkäse nur auf der Kuhalm, im Bauernladen von Kathi Walter in Obervellach sowie im "Erholungshotel Margarethenbad" sowie beim "Trachtenwirt", beide in Bad Lainach.

Damit sich Kreislauf auf der Alm schließt, schwebt dem Obmann vor, auch die edlen Mangalitza-Schweine zu züchten, die mit den anfallenden Molke ernährt werden und später den Hausspeck liefern.

Zur Sache


Die Agrargemeinschaft Lainach wurde Anfang des 19. Jahrhundert gegründet.

Ihr gehören 39 Mitglieder an, unter ihnen acht praktizierende Landwirte.

Ihr Gebiet umfasst 460 Hektar. Davon sind 136 ha Fütterfläche, 100 ha Wirtschaftswald und der Rest unproduktives Gelände. Die zu pflegenden Almwege sind rund 22 Kilometer lang.

Hans Schilcher, Obmann seit 15 Jahren, hatte seine acht Milchkühe und fünf Hektar umfassende Landwirtschaft 1994 stillgelegt.

siehe auch: http://www.meinbezirk.at/wolfsberg/lokales/gesunde...

http://www.meinbezirk.at/wolfsberg/lokales/woelfe-...
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Karl Pfurtscheller aus Stubai-Wipptal | 09.03.2016 | 16:33   Melden
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Michael Thun aus Spittal | 09.03.2016 | 16:46   Melden
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