29.06.2016, 11:14 Uhr

Abklärung im Schlaflabor: Lautes Schnarchen mit Atempausen

(Foto: LanaK - Fotolia)
STEYR. Vereinfacht ausgedrückt gibt es zwei Arten von Schlafstörungen. Zum einen geht es um zu wenig Schlaf (Ein- und Durchschlafstörungen), zum anderen schläft man zu viel. Die Wissenschaft unterscheidet insgesamt acht Gruppen von Schlafstörungen.
Im Landeskrankenhaus Steyr ist zur Diagnostik der Schlafstörungen ein Schlaflabor eingerichtet. „Hier werden in der Hauptsache Schlafstörungen untersucht, bei denen es zu einer Störung der Atmung kommt“, erklärt Primar Josef Bolitschek, Leiter der Abteilung für Lungenheilkunde am LKH Steyr.
Im Schlaflabor werden Informationen über den Schlaf, die Schlafstadien (Leicht- und Tiefschlaf sowie Traumschlaf) sowie Ausmaß und Qualität des Schlafes erfasst. Weitere Informationen erhält man über Körperfunktionen wie Atmung und Herzaktionen. Zusätzlich werden die Körperposition des Schlafenden und sein Schnarchen aufgezeichnet

Schnarchen ist keine Krankheit
Einfaches Schnarchen ist noch keine Erkrankung. Fühlt sich der Bettnachbar dauerhaft gestört, sind getrennte Schlafzimmer die einzige Lösung. Positiv kann man das Schnarchen durch einige Verhaltensregeln beeinflussen, wie Vermeiden von ausgiebigen Spätmahlzeiten und Alkohol. Auch Schlaftabletten können durch die Erschlaffung der Gaumenmuskeln zu vermehrtem Schnarchen führen. Positiv wirkt sich eine Gewichtsreduktion aus.

Schlaflabor: Abklärung und Behandlung von Schlafstörungen
Fällt dem Partner ein lautes, unregelmäßiges Schnarchen auf, das durch Atempausen unterbrochen wird, sollte dies im Schlaflabor abgeklärt werden. Häufig berichten Betroffene über eine starke Müdigkeit während des Tages, die besonders beim Autofahren oder am Arbeitsplatz zur Belastung wird. Das Einschlafen am Steuer, der so genannte Sekundenschlaf, tritt besonders häufig bei Patienten mit Schlafapnoe auf.
Eine objektive Messung dieser verstärkten Schläfrigkeit kann im Schlaflabor Steyr mittels Pupillometrie erfolgen. Die Messtechnik beruht auf der Erkenntnis, dass die Pupillenweite ein verlässliches Maß für die Wachheit ist.
Die Einbettung des Schlaflabors in ein großes Spital, wie dies in Steyr der Fall ist, hat den Vorteil für die Patienten, dass das große Feld der Schlafstörungen nicht einseitig, sondern interdisziplinär und fachübergreifend gesehen wird.
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