09.09.2016, 19:38 Uhr

Saatgut–Projekt für artenreiches Grünland

Als Versuchsfläche stand eine Wildbachfläche im Obernberg zu Verfügung. (Foto: Peer)
OBERNBERG (cia). Mit einem besonderen Projekt soll der Artenreichtum des Grünlandes unterstützt werden. Im Wipptal hat sich eine Initiative mit der Gewinnung von Saatgut von artenreichen Grünlandflächen befasst. Egal ob im Straßenbau, bei Arbeiten der Wildbachverbauung oder auch beim Bau des Brenner Basistunnels, nach den Rekultivierungen bleiben offene Flächen die einzusähen sind.

Unterstützt wurde das Projekt von der Landwirtschaftskammer Tirol. "Als geeignete und vor allem sehr praxistaugliche Maßnahme findet dabei die Saatgutübertragung mittels Heumulch Anwendung", erklärt Lukas Peer, Referent für Grünland und Biologische Landwirtschaft von der LK-Tirol.

Dabei wird von einer ausgewählten Spenderfläche (Bergmahd) zu einem passenden Schnittzeitpunkt gleich wie bisher das Heu geerntet und idealerweise unter Dach getrocknet und anschließend in Kleinballen gepresst. Dieses Heu enthält die regional vorkommenden Samen. Es wird dann am Zielort in einer drei bis fünf Zentimeter dicken, locker ausgelegten Schicht auf offene Boden in Kombination mit dem Standort angepasstem Saatgut ausgebracht.

Die Vorteile dieser Mulchsaat liegen auf der Hand: So bleibt die Bodenoberfläche nach der Einsaat nicht "offen" – Unkraut kann sich weniger leicht ansiedeln. Hinzu kommt, dass bei Steilflächen die Mulchsaat wirksam vor Erosion schützt, da sich die Heuteile ineinander verhaken. Dieser schützende Teppich bildet gleichzeitig auch eine Deckung für Lebewesen, der mit der Zeit verrottende Mulch dient zusätzlich als Nahrung. Die regionalen Pflanzen dieser Methode sind bestens an Klima, Bodeneigenschaften, Temperaturschwankungen angepasst.

Als Testversuch wurde auch eine Grünübertragung probiert. Die Grünübertragung ist um einiges aufwendiger da das Gras im nicht abgewelkten Zustand geerntet und direkt auf die Empfängerfläche ausgebracht wird. Vorteil gegenüber der Mulchsaat ist, dass keine Samen durch Bröckelverluste verloren gehen.
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