21.04.2016, 14:52 Uhr

Igelexpertin sucht "Auswilderungsplätze"

(Foto: privat)

Die stacheligen Nützlinge ersuchen um hilfreiche Begleitung in ihren natürlichen Lebensraum

LANGENLEBARN / BEZIRK (red). "Liebevoll überwinterte und medizinisch bestens betreute Igelkinder warten bereits ungeduldig auf die Entlassung in ihr neues Umfeld. Da die im Spätherbst aufgefundenen Winzlinge noch kaum Außenerfahrung besitzen, ist eine schrittweise Eingliederung in ihren natürlichen Lebensraum sinnvoll", weiß Igelexpertin Christine Schiller, die nun Personen mit Garten sucht, wo die Kleinen in sicherer Umgebung aufwachsen können.

Dabei gibt es Folgendes zu beachten:
> Igel bevorzugen kleinräumige Strukturen, die unsere Gärten mit ihrer Vielfalt bieten können. Ein igeltauglicher Lebensraum beinhaltet genügend Unterschlüpfe, die bestenfalls frei von unüberwindbaren Mauern und Zäunen sind oder weist zumindest Durchschlüpfe auf.
> Das Auswilderungsgelände soll Deckung und Nahrung bieten. Geeignet ist eine durchgrünte Siedlungsrandlage mit naturnahen Gärten und älterem Busch- und Baumbestand, fernab von stark befahrenen Straßen. Im igelgerechten Garten gibt es Komposthaufen, Bodendecker, Dickicht, Hecken und Laub sowie Gehölz als Nistmaterial, auf die Verwendung von Insektiziden und Herbiziden wird verzichtet.
> Gefahren bedeuten nicht gesicherte Lichtschächte, Schwimmbecken und Teiche mit steil abfallenden Ufern sowie bissbereite Hunde. Bei Kellertreppen verkürzt man die Abstände zwischen den Stufen, indem man entlang einer Seitenwand Ziegelsteine darauf legt, Gewässer können mit einem Brett samt Querstreben oder einer Schilfmatte gesichert werden. Vorsicht beim Mähen und Umsetzen von Komposthaufen mit Mistgabeln oder Ähnlichem.
> Für die Auswilderung ungeeignet sind steile Hanglagen, Nadel- und Laubhochwälder ohne Unterholz, feuchte Böden, Flussufer, Überschwemmungsgebiete, felsige Böden und Rekultivierungsflächen. Die Nähe von Dachsbauten und Greifvogelhorsten sollte gemieden werden.

Starthilfe geben

Entscheidet man sich dafür, einem Igel eine Starthilfe geben zu wollen, wäre das anfängliche Füttern ( Igeltrockenfutter, geriebene Nüsse, Sonnenblumenkerne, Insektenschrot) sowie das Aufstellen einer Wasserquelle förderlich. Niemals Milch anbieten! Bald wird der Igel seine Nahrungstiere (Würmer, Käfer, Raupen, Larven, Heuschrecken, Schnecken etc.) bevorzugen. Lediglich im Spätherbst bedeutet eine zusätzliche Fütterung wieder ein nützliches Angebot.

Unterschlupf mit Stroh

Das Aufstellen von Holz- und Ziegelhäusern mit Labyrintheingang und wetterfestem Dach gefüllt mit Stroh wird als Unterschlupfangebot gerne zeitweise angenommen. („Musterhäuser“ sind auch auf der Garten Tulln zu besichtigen).
Auf Initiative der Universität für Bodenkultur soll das Leben der Igel in unseren Gärten erforscht werden. In diesem Zusammenhang werden Igeltunnel im Garten aufgestellt, um Hinweise für die Verbreitung der nachtaktiven Stacheltiere zu entdecken.

Weitere Informationen finden Sie hier.
Falls Sie Interesse haben einen Igel in ihrem Garten auswildern zu wollen und einen geeigneten Lebensraum bieten können wenden Sie sich an
Mag. Christiane Schiller
0680 5539655
02272 67089
0664 6235345
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