13.07.2016, 00:01 Uhr

Mit 0,0 durch die Nacht

Redakteurin Karin Zeiler mit Christoph Hradil und Stefan Schuh nach dem Dienst um 5 Uhr Früh. (Foto: Zeiler)

Polizei im Fokus: Bezirksblätter schlagen sich mit Tullner Polizisten eine ganze Nacht um die Ohren.

TULLN / BEZIRK. Von Tulln über Königstetten bis nach Wördern reicht das Einsatzgebiet von Christoph Hradil und Stefan Schuh, Beamte der Polizeiinspektion Tulln, Freitag Nacht. Als Polizist wisse man nie, was einen erwartet. Durch diverse Feste gehe man jedoch davon aus, dass es zu einer Schlägerei kommt. Ob dann auch jemand in der Zelle landet, die zuletzt Mittwoch besetzt war, gilt es abzuwarten.

Raus, auf Streife

Die Aggressivität gegenüber Polizisten werde immer höher, trotzdem sind sich die Beamten einig, dass sie sich "keinen besseren Beruf vorstellen könnten". Die Außendiensttasche ist gepackt und los geht's auf Streife. Das Lasergerät wird bei der Messe ausgepackt, bereits 14 Minuten danach wird der Einsatz auf Facebook kommuniziert. "Das sehe ich als Tätigkeitsnachweis", lacht Stefan Schuh, es sei auch "präventiv gut, wenn die Leute wissen, dass kontrolliert wird", ergänzt Hradil. "Hallo Polizei", ruft ein Junge, als die Beamten einen Rundgang beim Stadtfest machen, wo Hrdil feststellt: "Bei der Hüpfburg ist nicht mit Ausschreitungen zu rechnen" (lacht).
Suchtgift in Sankt Andrä-Wördern erforderte sogar das Einschalten des Blaulichtes. "Die Leute geraten dann oft in Panik, aber wir raten an Engstellen und bei Gegenverkehr zügig weiterzufahren und dann Platz zu machen, wenn die Möglichkeit besteht", so Hradil. In Muckendorf war alles vorbei, eine andere Streife hat den Fall übernommen, also wurde eine "Überraschungsparty" in Frauenhofen durchgeführt, zu der auch Erika Leutgeb kam. "Fahrzeugkontrolle" hieß es und ein Alkovortest wurde durchgeführt mit dem Ergebnis: 0,0 Promille. "Bevor ich etwas trinke, ess' ich lieber eine Stück Torte", lacht sie.

Treffpunkt für die Jugend

Die Jet-Tankstelle sowie der Merkur-Parkplatz sind ein beliebter Treffpunkt für die Jugend, danach geht's in die Wiener Straße, wo die nächsten Kontrollen durchgeführt werden. Auch Helmut Flehberger wurde auf "Herz und Nieren" überprüft. "Er ist ein Vorzeigelenker", sagt Hradil. Eine Kontrolle in Wilfersdorf ging nicht so glimpflich aus – der Mann darf zwar seinen Führerschein behalten, weiterfahren aber nicht. Auch eine junge Frau musste sich dem Alkovortest unterziehen: "Das ist wie beim Luftballon aufblasen", erklärt Schuh.

Überraschung im Kofferraum

Mit "These were the days my friend" geht's nach Zeiselmauer zu einem Familienstreit, danach zur Inspektion retour. "Die Fahrweise ist symptomatisch für einen Alkolenker", stellt Hradil fest, als ein Seat in Schlangenlinien auf der Langenlebarner Straße fährt. Tja, nicht immer haben Polizisten recht: Ein 16-Jähriger fuhr unerlaubt mit dem Auto seiner Mutter. Führerschein hatte er keinen, dafür das Auto so voll, dass sogar ein Bursch im Kofferraum lag. Das Auto wurde abgestellt, der Schlüssel von den Polizisten eingezogen. In der Inspektion retour geht's um vier Uhr Früh ans Tippen: Alle Delikte und Strafhandlungen müssen erfasst werden.
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