20.03.2016, 17:03 Uhr

Der Wald war schon immer mein Freund

Ohne Schutzkleidung geht für den Bleiberger Bernd Jost bei der Waldarbeit gar nichts

Mit Wald und Holz ist Bernd Jost aufgewachsen. Ein besonderes Verhältnis ist entstanden.

BAD BLEIBERG (nic). "Im Wald zu arbeiten, ist, als wenn man abends heimkehrt zur Familie, halt so ein 'Zuhause-Gefühl'." Wenn Bernd Jost über 'seinen' Wald spricht, sind viele Emotionen dabei. Der gelernte Forstwirt liebt es, mit Holz zu arbeiten.

Schwerer Unfall

Doch 2011 schien es genau der Wald zu sein, der die Zukunft des heute 26-Jährigen auf die Probe stellt. Beim Schlägern wird der junge Mann unter einem Stamm eingequetscht. Die Diagnose der Ärzte war niederschmetternd. Nur durch eisernen Willen führt der Bleiberger heute ein normales Leben, in dem der Wald und das Holz immer noch einen wichtigen Platz haben. "Ich habe keine Sekunde gezweifelt, dass der Wald immer noch mein Freund ist", erinnert sich Jost. Er bewirtschaftet neben einem Job bei einer Versicherung nicht nur den Wald der Familie, sondern hilft im Hochtal, wo immer seine Erfahrung und Tatkraft gebraucht werden.
Darüber hinaus ist er mit vollem Einsatz bei der Feuerwehr und schult die Kollegen an der Kettensäge. Die kommt immer dann zum Einsatz, wenn Bäume zum Beispiel Straßen blockieren. "Diese Bäume sind oft verspannt und sehr schwierig einzuschätzen", erklärt Jost. Forstunfälle kommen immer wieder vor – ein Schutz ist nur bedingt möglich. "Eine Ritterrüstung böte vielleicht einen Rundumschutz, aber dann könnten wir uns nicht mehr bewegen", erklärt der Holzexperte lachend. Die Schutzkleidung aus speziellen Materialien, Hose, Jacke und Helm sind wichtig und wertvoll. Ohne die wird nicht gearbeitet und daher ist der Winter seine Lieblings-Jahreszeit. "Im Sommer treibt einem die Schutzkleidung zusätzliche Schweißperlen auf die Stirn", verrät er. "In kurzer Hose würde ich nie zur Motorsäge greifen." Schweres Gerät, wie der Traktor, gehört zur Arbeit im Wald dazu. "Ich muss meinen Betrieb wirtschaftlich führen und das Holz, das ich schlägere, hilft dabei", sagt Jost. Bei jedem Baum, der fällt, hat er schon im Hinterkopf, dass ein neuer gepflanzt wird. "Der Wald muss für meine Kinder noch da sein."

Zur Person


Bernd Jost, 26 Jahre, wohnt in Bleiberg-Kreuth. Beruf: Forstwirt. Partnerin: Margit Finding. Das Paar hat zwei Kinder. Hobby: Motorrad fahren.

Viele Gefahren


Immer wieder gibt es Berichte über Forstunfälle. "Das Arbeiten mit und in der Natur ist wunderschön, aber es ist unberechenbar", erklärt Bernd Jost. Er selbst hatte vor fünf Jahren einen schweren Unfall.
Eine Gefahrenabschätzung ist nur bedingt möglich, Schutzkleidung und eine gute Ausbildung sind unerlässlich. "Viele Faktoren spielen eine Rolle. Unter anderem, wie schnell oder langsam der Baum gewachsen ist und in welchem Untergrund", erklärt der Experte. "Verspannungen beim Schlägern machen sie fast unkontrollierbar."

Der Wald braucht immer viel Pflege


Arnoldstein (nic). "Ohne Liebe zum Wald und zum Holz geht gar nichts", erklärt Adrian Suppnig. Der gelernte Förster hat sich vor fünf Jahren als Holzknecht selbstständig gemacht und hat die Entscheidung nicht bereut.
Wald besitzt auch die Familie Suppnig und der Vater des 29-Jährigen ist gelernter Forstwirt. Das Interesse an Wald und Holz stellt Suppnig inzwischen auch bei seinem Sohn fest. "Ich denke, dass er einmal in unsere Fußstapfen tritt", vermutet er. "Traktorfahren liebt er schon mal", so Suppnig.
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