07.07.2016, 11:00 Uhr

Natürliche Feinde sind das Problem

Entspanntes Hobby: Viele Gailtaler nutzen das Fischen als Freizeitausgleich und freuen sich über einen guten Fang

Um rund 25 Prozent ist der Fischbestand in der Gail in den letzten zehn Jahren zurückgegangen.

GAILTAL (nic). Es sind die Fischotter, Fischreiher und Kormorane, die den Sportfischern und Angelfreunden seit Jahren die Sorgenfalten ins Gesicht treiben, denn sie dezimieren die Bestände jedes Jahr.

Wichtige Gegenmaßnahmen

Allein in diesem Jahr haben wir im Bereich der Gail rund 200.000 Nasen eingesetzt", erklärt Karl Zankl. Der Fischexperte aus dem Gailtal verrät, dass dies den Abschnitt zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen betrifft.
Bei dieser Fischart handelt es sich auch um Futterfische, so dass zum Fischen nur etwa zehn Prozent übrig bleiben. Besonders wichtig ist das Futter für die Huchen, die über 20 Kilogramm schwer und 1,50 Meter lang werden können.
Auch Bernhard Skina, Obmann des Sportfischervereins Nötsch, bestätigt, dass Fischotter & Co. das größte Problem sind. "Diese Tiere dezimieren die Fischbestände Jahr für Jahr beträchtlich und ihre Zahl steigt weiter", berichtet er. Das Problem betrifft sowohl freie Gewässer wie auch Teiche. Die Wasserqualität hat mit der Entwicklung der letzten Jahre rein gar nichts zu tun. "Hier gibt es nichts zu beklagen", da sind sich beide Fachleute einig.

Gute Wasserqualität

Trotzdem gibt es auch Fischarten, wie zum Beispiel die Äsche, die in den letzten 20 Jahren seltener vorkommen. Andere Fischarten, wie zum Beispiel Regenbogen- oder Lachsforellen, werden gerne gezüchtet.
Auch die Tatsache, dass die Fliegenfischerei zum Beispiel als Sport betrieben wird, hilft dem Bestandschutz. Wir erlauben keine Fleischfischerei", erklärt Karl Zankl. "Der gefangene Fisch kommt zurück ins Wasser."
Zu den Laichzeiten sind auch andere sportliche Aktivitäten am Ufer der Gail, dort wo die Fische ihre Brut ablegen, zum Teil störend. "Insgesamt spielen viele Faktoren eine Rolle. Es gibt nicht den oder die Schuldigen", sagt Zankl deutlich.
Bernhard Skina wünscht sich zu den Bemühungen der Fischereifreunde Unterstützung vom Gesetzgeber. Ein erster Schritt sei die Abschuss-Freigabe von einigen Fischreihern.

Fakten zur Fischerei im Gailtal


• Allein im Bezirk Hermagor gibt es 101 Fischereireviere im Bereich der Fließgewässer. (Quelle: Kärntner Landesregierung)
• Zahllose Teiche werden von Vereinen und Privatleuten zur Fischzucht gepflegt.
• Als natürliche Feinde der Fischbestände gelten vor allem Fischotter, Fischreiher und Kormorane.
• Gewitter sorgen dafür, dass das Wasser trübe und schmutzig erscheint und halten Fischer eher ab.

Mehr Beiträge im Rahmen unseres Schwerpunktes "Leben mit Wasser": www.meinbezirk.at/leben-mit-wasser

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