14.07.2016, 20:53 Uhr

RETTET DEN WAGRAM - Unterstützung aus Oberösterreich

Diese Rest-Natur-Landschaft wird durch die geplante Bebauung zerstört.
Bezirk Tulln: Grafenwörth |

Österreichische Naturschutzjugend/OÖ unterstützt die Initiative „Rettet den Wagram.“

Vogelkundlich begeisterte Jugendliche und Naturliebhaber aus Oberösterreich unterstützen die Initiative „Rettet den Wagram“. Wiedehopf, Bienenfresser, Steinkauz sowie die faszinierende Blumen- und Insektenwelt der Trockenrasen und Heckenzüge am Wagram haben es den Mitgliedern der Österreichischen Naturschutzjugend/OÖ aus St. Georgen im Attergau besonders angetan.


Über den geplanten Bau eines 33 mm hohen Gebetstempels (Stupa) und die damit einhergehende Zerstörung dieser einzigartigen und schützenswerten Naturlandschaft sind sie nicht erfreut. Ein Schreiben ihres Gruppenleiters Kons. Markus Hagler an LH Erwin Pröll, der den Landeshauptmann um das „persönliche Eintreten zum Schutz dieser Geländekante am Wagram“ ersuchte, blieb leider erfolglos. Die Bitte um eine persönliche Antwort durch den Landeshauptmann blieb leider unerfüllt.

Auch dem Grafenwörther Bürgermeister Riedl sei bedauerlicherweise die Einzigartigkeit und Schutzwürdigkeit genau dieser Landschaftselemente am Wagram nicht bewusst, bedauert Kons. Markus Hagler, welcher der Österreichischen Naturschutzjugend/OÖ. 18 Jahre als Landesleiter vorstand. Mit Jugendlichen und Schülern verbringt er immer wieder spannende unvergessliche Tage am Wagram. Auch die Ausstrahlung des ORF-Universum-Films über die Wiederansiedelung der Wiedehöpfe durch Manfred Eckenfellner habe diese faszinierende Landschaft am Wagram schlagartig berühmt gemacht. In den letzten Jahren kommen genau aus diesem Grund viele zusätzliche Gäste, Naturschützer aber auch Fotografen und Ornithologen aus ganz Europa an den Wagram. Dies sei den verantwortlichen Politikern scheinbar nicht bewusst.

Als die jungen Naturschützer aus OÖ über die geplante Errichtung einer 33 m hohen Stupa (buddhistisches Gebetszentrum) erfuhren, waren sie entsetzt und enttäuscht, denn für dieses Bauvorhaben soll ein besonders kostbares und schützenswertes Naturjuwel an der Wagramkante, in dem sogar der Wiedehopf brütet, für immer zerstört werden. Für die Basis der 33 m hohen Stupa soll zudem ein Trockenrasen zerstört werden, der wegen seiner Besonderheit an geschützten Pflanzen (z.B.: Küchenschelle u.a.) sogar von Schülern und Lehrern vor Ort seit Jahrzehnten immer wieder bei Lehrausgängen oder Exkursionen besucht wird.

Schon am ersten Ferientag waren die jungen oberösterreichischen Naturschützer am Wagram. Sie wollen nun die Initiative „Rettet den Wagram“ von Helmut Ferrari und Manfred Eckenfellner unterstützen.

Auch sie sind überzeugt, dass ein Bauwerk in dieser Größenordnung in einem Brut- und Schutzgebiet für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, die teilweise auf der Roten Liste stehen, nicht errichtet werden darf. Neben Wiedehopf wurden an der besagten Wagramkante u.a. folgende Brutvögel erhoben, die allesamt in ihrem Bestand bedroht und daher schützenswert sind: Drosselrohrsänger, Rebhuhn, Heidelerche, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen, Wendehals, Neuntöter, Nachtigall, Pirol u.a.

Die jungen Naturschützer aus Oberösterreich zählen seit mehreren Jahren zu den Freunden und Besuchern des Wagram. Sie suchen nun weitere Unterstützung bei Niederösterreichs Naturschutz-Landesrat Stephan Pernkopf. Weiters wenden sie sich um Unterstützung für den Schutz der Wagramkante an Univ.-Prof. Dr. Walter Hödl, den Vorsitzenden des Niederösterreichischen Naturschutzbundes.
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