Bettelalm darf wieder bis 6 Uhr früh offen haben

Promi-Hotspot Bettelalm: Michael Lameraner, Cathy Zimmermann, Uwe Kröger und Adi Weiss (v.l.).
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  • Promi-Hotspot Bettelalm: Michael Lameraner, Cathy Zimmermann, Uwe Kröger und Adi Weiss (v.l.).
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INNERE STADT. Nach mehr als 100 Anzeigen von Anrainern wegen Lärmbelästigung am Gehsteig wurde im Mai die Sperrstunde auf 24 Uhr vorverlegt. Seither wurde in der Bettelalm am Lugeck an einem Lösungskonzept für beide Seiten gearbeitet und unter Einbindung der Behörden auch erzielt.

"Ab 1. Jänner darf die Bettelalm wieder bis 6 Uhr früh geöffnet haben", bestätigt Polizei-Pressesprecher Paul Eidenberger. Der neue Bescheid wird seitens der Exekutive genau überwacht werden. "Es gibt eigene Kontaktbeamte, die sich als Mediatoren zwischen den beiden Parteien betätigen. Diese werden alle Vorgänge rund um das Lokal beobachten", sagt Eidenberger.

App entwickelt

Damit die wartenden Gäste vor dem Lokal die Anrainer nicht mit ihrem Lärm stören, hat Bettelalm-Betreiber Mario Obermaier eine neue technische Errungenschaft ins Leben gerufen. "Wir haben eine eigene App programmiert, mit der sich die Gäste vorab via Smartphone anmelden müssen. Nur wenn im Lokal auch wirklich Platz ist, bekommen sie grünes Licht. Sonst bekommen sie eine Absage aufs Handy und müssen dadurch auch nicht vor der Tür im Freien warten", sagt Obermaier. Derzeit wird die App in einem mehrwöchigen Probebetrieb getestet, ehe sie mit Jahresanfang offiziell verwendet wird. Alleine für die Entwicklung der App hat der Gastronom 30.000 Euro in die Hand genommen.

"Das neue Konzept mit der App gegen den Straßenlärm ist umgesetzt worden. Doch diese neue Sperrstundenregelung ist nicht in Stein gemeißelt", so der Polizei-Pressesprecher Paul Eidenberger.

Die Kosten seit dem Anrainerstreit sind aber noch wesentlich höher. "Wir haben die Umluftanlage umgebaut und zahlreiche Gutachten eingeholt. Durch die Anwaltskosten und den Verdienstentgang aufgrund der vorverlegten Sperrstunde haben wir bereits 1,1 Millionen Euro Verlust gemacht", so Obermaier. Die Querelen um die Sperrstunde machten auch vor dem Personal nicht halt. "Früher hatten wir 40 Angestellte, jetzt sind es nur mehr 27. Ich hoffe, wir können diesen Verlust durch die neue Sperrstundenregelung wieder wettmachen", so der Bettelalm-Mastermind.

Auch der Verfassungsgerichtshof beschäftigte sich in den vergangenen Monaten ausführlich mit der Causa. "Es gab einen Paragrafen, wonach nicht mehr als 16 Menschen am Gehsteig vor dem Lokal warten durften. Dieser wurde jetzt wieder aus dem Gesetz gestrichen", so Obermaier.

Langes Hickhack

Die Auseinandersetzungen zwischen den Anrainern und dem Szenelokal sind bereits seit Monaten im Gange. "98 Prozent der mehr als 100 Anzeigen kommen genau von einem Nachbarn. Er zeigt alles an, auch den Paketdienst, ein Speiselokal oder Skateboardfahrer", weiß Obermaier. "Die anderen Bewohner des Nachbarhauses haben keine Beschwerden wegen uns. Die schlafen alle unbeschwert durch", so Obermaier.

Bezirk sagt nichts
In der Bezirksvorstehung der Inneren Stadt kann man zu diesem Thema keine Auskünfte erteilen. "Wir kennen den Bescheid noch nicht. Daher kann ich derzeit nichts dazu sagen", so Pressesprecher Paul Schmidinger.

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