Ritter, Dene, Voss in Vöslau
Das Burgtheater im Thermalbad zu Gast
- Angelika Hager, Regina Fritsch, Mavie Hörbiger, Michael Maertens und Carina Hochebner
- Foto: Thermalbad Vöslau und Weber
- hochgeladen von Roland Weber
"Ich muß nirgends hingehen, ich hab das Burgtheater im Garten", meinte eine Besitzerin einer Kabane zu Indentdantin Angelika Hager. Und in der Tat: In Thomas Bernhards Familienhölle „Ritter, Dene, Voss” entführte das fulminante Schauspiel-Trio im Schwimmenden Salon: Regina Fritsch, Mavie Hörbiger und Michael Maertens.
Es war ein außergewöhnliches Theatererlebnis: Thomas Bernhards „Ritter,Dene,Voss”, uraufgeführt von ebendiesen dreien bei den Salzburger Festspielen, denn Bernhard wollte jedes Risiko ausklammern, dass Mittelmaß-Mimen sich an seinem Text über eine durchgeknallte Industriellenfamilie vergehen. Er hätte seine Freude gehabt mit dem Ensemble, das im Schwimmenden Salon im Thermalbad Bad Vöslau die toxische Geschwister-Konstellation aufleben ließ: Regina Fritsch, Mavie Hörbiger und Michael Maertens legten eine Tour de force hin, die das Publikum in seinen Bann zog.
Immer wieder Brandteigkrapfen
Die Brandteigkrapfen, die die Vöslauer Schokotortenqueen Veronika Fischer extra und erstmals für den Abend produzierte, animierten Maertens zu einer Szene, die Gert Voss‘ Darstellung locker ebenbürtig war: „Man hat einen großen Spundus vor dem Text und denkt die ganze Zeit: Nähere ich mich dem auch richtig?”
Hörbiger und Maertens, die einst ein Paar waren und zwei gemeinsame Kinder haben, legten auch eine grandios komische Kussszene hin, für die Hörbiger behende beim Lesen auf den Tisch sprang.
„Man spürte, dass alle drei ein großes Vertrauen zueinander haben. Allein die Leseproben waren schon ein solches Vergnügen, ” so Intendantin Angelika Hager, „es gibt wenig bessere Schauspielerinnen und Schauspieler in diesem Land.” Beim Après in der Kabane 21 stieß auch noch Burgtheater-Kollege Roland Koch, frisch vom Dreh mit Adele Neuhauser, zu der Truppe. Auch er hatte eine Kussszene zu bewältigen: „Adele ist eine tolle Kollegin, hat wunderbar geklappt.”
Die Gäste, die aus Innsbruck, Salzburg, Wien aber auch aus dem Bezirk angereist waren, hatten seinerzeit alle legendären Aufführungen der Bernhards-Stücke im Burgtheater und Akademietheater gesehen.
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