Ärztekammer sieht Mangel an Allgemeinmedizinern voraus

Laut Ärztekammer verliert die Brigittenau in den nächsten zehn Jahren 60 Prozent der Allgemeinmediziner.
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Zuzug, steigendes Bevölkerungsalter und Ärzterückgang gefährden die medizinische Versorgung im 20. Bezirk.

BRIGITTENAU. Die Brigittenau wird als Wohnort immer beliebter. Derzeit hat sie rund 86.000 Einwohner. „Bis 2025 sind wir der am zweitstärksten wachsende Bezirk in Wien“, erklärt Bezirksvorsteher Hannes Derfler.

Mit der wachsenden Bevölkerung steigt auch der Bedarf an medizinischer Nahversorgung. Doch nimmt die Zahl an Doktoren nicht zu, sondern sogar drastisch ab, prognostiziert die Ärztekammer.

Weniger Allgemeinmediziner

In die Brigittenau ziehen nicht nur mehr und mehr Menschen, diese werden auch immer älter. Mit dem Alter steigen die medizinische Bedürfnisse, was aktuell kein Problem darstellt. „Die ärztliche Versorgung in ganz Wien ist auf höchstem Niveau durch die Ärzte gewährleistet“, erklärt Johannes Steinhart von der Ärztekammer. Doch dies ändert sich künftig. "In den nächsten zehn Jahren verlieren wir durch Pensionierung und Problemen bei der Nachbesetzung rund 60 Prozent der Allgemeinmediziner", sieht die Ärztekammer voraus. Dabei wäre für eine gute medizinische Nahversorgung in Zukunft, aufgrund der wachsenden Bevölkerung, auch eine steigende Ärztezahl nötig.

Allein in der Brigittenau gibt es vier Allgemeinmediziner und vier Fachärzte, darunter Frauen-, Kinder- und Augenärzte, die über 65 Jahre alt sind. "Die Suche nach geeigneten Nachfolgern, die Ordinationen übernehmen, ist oft schwierig", sagt Steinhart, der auch Obmann der Kurie für niedergelassene Ärzte ist.

Schwierigkeiten sieht die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) insbesondere bei Neulingen: „Berufsanfänger wollen beim Einstieg in die Tätigkeit als angestellte Ärzte ohne wirtschaftliches Risiko tätig sein, daher bleiben auch viele im Spital.“ Dem versucht die WGKK entgegenzuwirken. Ein Beispiel sind erleichterte Jobsharing-Modelle, bei denen sich zwei Ärzte eine Kassenplanstelle teilen. Dennoch bleibt ein wirtschaftliches Risiko.
Neue und wichtige Bestimmungen zur Barrierefreiheit sorgen zudem dafür, dass man viele ältere Ordinationen nicht weiterverwenden kann oder diese umbauen muss. Bezahlen müssen dies die selbstständigen Mediziner. Relativ häufig schauen sich Ärzte nach neuen Ordinationsräumen um, auch deshalb verschwinden viele von ihnen aus einzelnen Grätzeln.

Wichtig ist es, frühzeitig auf die Veränderungen zu reagieren. „Wir müssen jetzt schon darüber reden“, meint Bezirksvorsteher Hannes Derfler, der alles befürwortet, was die medizinische Nahversorgung in der Brigittenau sichert. Die Ärztekammer und die WGKK wollen einem Medizinermangel mit mehr Förderungen, Bonuszahlungen und höheren Tarifen entgegenwirken. „Die Versorgung muss auch in Zukunft im Bezirk gewährleistet sein“, sagt Derfler. Wie genau das passiert, sei ihm egal, solange es funktioniert.

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