Pläne in Hainburg
Eine alte Baulücke wird zum neuen Stadtviertel
- So wird der geplante Europacampus Hainburg in etwa aussehen.
- Foto: Stadtgemeinde Hainburg/Donau
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„Hainburg wird Hochschulstandort“ – unter diesem Motto haben die Stadtgemeinde und der Projektentwickler Eduard Halmschlager am 17. Juli 2026 zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.
HAINBURG AN DER DONAU. Rund 20 Expertinnen und Experten standen bereit, um das Projekt anhand von Visualisierungen und Plänen zu präsentieren und Fragen der Bürgerinnen und Bürger im persönlichen Gespräch zu beantworten. Mehr als 200 Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr. Vor allem die Themen Verkehr, Ortsentwicklung und Grünraum stießen auf reges Interesse.
Baulücke wird wiederbelebt
Das Team der renommierten Hainburger Architektin Olivia Stein war vor Ort und gab exklusive Einblicke in die Entwürfe und 3D-Modelle. „Die Gebäude werden höhenmäßig gestaffelt und kleinteilig gegliedert, die Sichtachsen zwischen Altstadt und Schlossberg bleiben erhalten", so Architektin Leonie Armeanu. So wird dem Areal, auf dem bis in die späten 1960er-Jahre noch das „Neue Schloss“ stand und das seither als Baulücke brach liegt, neues Leben eingehaucht.
- Architektin Armeanu und Generalplaner Steiner von Swietelsky präsentieren die Projektpläne
- Foto: Stadtgemeinde Hainburg/Donau
- hochgeladen von Birgit Bachhofner
Edith Nowak von land.und.wasser präsentierte das Grünraumkonzept: „Der Campus bekommt standortheimische und klimafitte Bepflanzungen: Blühflächen, Kräuterrasen, Bäume, Sträucher, Stauden sowie Fassaden- und Dachbegrünung. So bietet das oberirdisch autofreie Areal schattige Räume im Grünen und Plätze zum Verweilen." Lob gibt es auch vom Bundesdenkmalamt, welches die archäologischen Untersuchungen bereits abgeschlossen hat.
Ein neues Stadtviertel entsteht
„Mit gleich zwei renommierten Hochschulen mitten im Herzen unserer Stadt wird Hainburg zu einem echten Forschungs- und Innovations-Hub“, freut sich Bürgermeister Johannes Gumprecht (ÖVP). „Die Entwicklung der Baulücke zu einem Bildungscampus mit durchmischter Nutzung stärkt die Gemeinde und fördert Betriebsansiedelungen.“
„Wir freuen uns, neue wirtschaftliche Impulse geben zu können. Gerade kleine Städte können von Bildung und Forschung massiv profitieren“, so Eduard Halmschlager, Grundstückseigentümer und Projektentwickler. Zudem werde das ehemalige Kasernenareal zukünftig für alle geöffnet. Denn neben dem Uni-Zentrum sei ein neues Viertel geplant, zu dem auch private Arbeitsplätze in Laboren, ein begrünter Boulevard als Flaniermeile und Gastronomie in den historischen Gebäuden der Kaserne gehören.
Verkehr wird neu durchdacht
Neben dem Bürgermeister und den Stadträten waren auch die Leiterin des Bauamtes Michaela Edlinger und der örtliche Raumplaner Armin Haderer vor Ort, um Fragen rund um Ortsentwicklung und Verkehr zu beantworten. Vor allem das Thema Verkehr war vielen Bürgern ein Anliegen.
Der oberirdisch autofreie Campus wurde mit einem „Mobility Hub“ an der Hummelstraße mit Tiefgarage, Fahrrad-Stellplätzen und öffentlichen E-Ladestellen vorgestellt. Insgesamt wird das Projekt kurze Wege zu Stadtzentrum, Bahnhöfen, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und Naturraum ermöglichen, ebenso gute öffentliche Anbindung über die S7 bzw. den Busverkehr Richtung Wien und Bratislava.
Die Stadtgemeinde bereitet aktuell gemeinsam mit den Fachexperten von Drees & Sommer Österreich ein Mobilitätskonzept vor. Dabei sollen Knotenpunkte wie die Hummelstraße neue Lösungen bekommen. Dabei geht es nicht nur um den Autoverkehr, sondern auch um Parkraumbewirtschaftung, Bus-, Fahrrad- und Fußgängerwege und weitere Maßnahmen.
„Mit dem vorliegenden Projekt schaffen wir es, naturnahe Räume zu erhalten und gleichzeitig das leerstehende Kasernenareal zu nutzen. Das Natura2000-Gebiet bleibt nicht nur unberührt, sondern der Grünraum-Schutz wurde sogar gestärkt“, so Bürgermeister Gumprecht. Etwa wurden große Teile des Grundstückes auf „Grünraum-Park“ rückgewidmet. Der Exerzierplatz, weiterhin Privatbesitz des Eigentümers KA Real Estate, ist unverändert als Grünraum-Sportfläche gewidmet.
Hainburg als "grünes" und "smartes" Wissenszentrum
Österreichs erster Multi-University-Campus wird das Beste aus Universitäten und Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Typen und Kulturen vereinen: „Die University of Applied Sciences St. Pölten (USTP) wird internationale Studiengänge für rund 500 Studierende in den Bereichen Grüne Technologien und Smart Innovation anbieten“, so Franz Fidler, Projektleiter des Europacampus Hainburg.
Die Technische Universität (TU) Wien wird mit den Fakultäten Technische Chemie, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen sowie Informatik rund 100 Forschungsplätze zu den Zukunftsthemen nachhaltige Energiespeicherung, grüne Chemie, Wasserstofftechnologie und KI in der Umwelttechnik anbieten. „Hainburg ist ideal für unsere hochspezialisierten Labore und Messgeräte. Die Nähe zu Wien, Bratislava und anderen großen europäischen Städten passt perfekt“, erklärt Herbert Kreuzeder, Leiter PR und Marketing der TU Wien.
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