Lärmbelästigung
Bezirk reagiert auf die Leserbriefe der Döblinger
- Die Heiligenstädter Straße bleibt der Hotspot im Bezirk.
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
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Zahlreiche Döblingerinnen und Döblinger haben sich bei MeinBezirk zum Thema Lärm gemeldet. Wo die Hotspots im Bezirk liegen und was das Büro des Bezirksvorstehers dazu sagt, liest du hier.
WIEN/DÖBLING. In den vergangenen Wochen hat MeinBezirk über Lärmbelästigung, deren Auswirkungen auf die Menschen als auch mögliche Maßnahmen berichtet. Die Reaktionen der Döblingerinnen und Döblinger ließen nicht lange auf sich warten: Zahlreiche Leserbriefe trudelten im Redaktionspostfach ein.
Es zeigt sich: Die Bewohner verschiedener Grätzln leiden unter Lärmbelästigung. Auch der Bezirk ist sich den Problemen bewusst und reagiert auf die Beschwerden der Anrainerinnen und Anrainer.
Heiligenstädter als Hotspot
Laura G., eine Anrainerin der Kreuzung Heiligenstädter Straße/Gunoldstraße, schildert die "unerträgliche" Lage vor Ort. Laut der neuen Wiener Lärmkarte ist die Kreuzung mit Werten über 75 Dezibel – das entspricht etwa einer schleudernden Waschmaschine – extrem belastet. Neben Lkw-Verkehr und Straßenbahn sorgt vor allem die Poser- und Tuning-Szene für schlaflose Nächte. Zu Raserei und Müll gesellen sich laut der Anrainerin gefährliche Situationen für Fußgänger sowie eine zu kurze Grünphase an der Ampel bei der Kreuzung Heiligenstädter Straße/Gunoldstraße. Zahlreiche Anrainer fordern Kontrollen, Lärmblitzer (Blitzer, welcher die Lärmbelastung misst) und eine Verkehrsberuhigung.
- Bezirkschef Resch, bzw. sein Büro reagieren auf die Probleme der bezirksvewohnerinnen und Bewohner.
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
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"Zur Ampel darf ich Ihnen mitteilen, dass die zuständige Fachabteilung diesen Bereich schon mehrmals überprüft hat", erklärt das Büro Resch. Prinzipiell seien die Verkehrsexperten der Meinung, dass die Grünphase ausreichend ist, wenn man bei Grün blinkend den Gehsteigbereich verlässt, heißt es. Auch die Poser- bzw. Tuning-Szene sei dem Bezirk bekannt: "Es werden laufend Schwerpunktkontrollen durch die Polizei durchgeführt." Man betont, dass bereits einige Maßnahmen gegen die Tuning-Szene umgesetzt worden seien.
Lärm auf Krottenbachstraße
Auch Alexander U. meldete sich zu Wort: Er wohnt direkt an der Krottenbachstraße und erlebt ein "stetig steigendes Verkehrsaufkommen". Besonders in den Sommermonaten rauben ihm aufheulende Sportwagen und Motorräder nachts den Schlaf – ein Öffnen der Fenster sei unmöglich. Er versteht nicht, warum die geforderte Temporeduktionen oder Lärmschutzwände von der Verantwortlichen nicht umgesetzt werden.
- Auch auf der Krottenbachstraße ist es laut.
- Foto: Fabian Franz/MeinBezirk
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Seitens des Bezirksvorstehers erklärt man, dass es im September 2023 einen Antrag der Bezirksvertretung betreffend einer Verordnung von flächendeckendem Tempo 30 in Wohngegenden gegeben habe. Von Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) sei die Rückmeldung gekommen, dass der Großteil der Straßenzüge in Döbling bereits mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h zu befahren sei. Straßenzüge, in denen das derzeit nicht gilt, würden nicht den Kriterien einer dahingehenden Verordnung entsprechen, ergänzt man.
Dauerbelastung
Bettina P. verweist auf die "unhaltbare Lärmbelastung" durch den Verkehr und die S45 in der gesamten Barawitzkagasse als auch in der Ruthgasse und der Silbergasse. Obwohl die Probleme seit Jahren bekannt seien, geschehe nichts. Maßnahmen wie Flüsterasphalt, Geschwindigkeitskontrollen oder Radargeräte werden von der Döblingerin schmerzlich vermisst. Währenddessen nehme der Lärm laut ihr aber von Jahr zu Jahr zu.
- Auch die S45 wird für Lärm kritisiert. (Archiv)
- Foto: Michael J. Payer
- hochgeladen von Michael Payer
"Die Linie S45 ist Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes. Als Bezirksvorsteher habe ich keine Kompetenz, den Betrieb einzuschränken. Außerdem darf ich Ihnen mitteilen, dass die Aufstellung einer Geschwindigkeitsmessanlage in der Ruthgasse bereits beauftragt wurde", heißt es von Bezirksvorsteher Resch.
Schreie in der Klabundgasse
Einen ganz anderen Lärm-Hotspot gibt es laut Regina A. In der Klabundgasse leide die Nachbarschaft seit Jahren unter dem unkontrollierten, aggressiven Schreien einer mutmaßlich psychisch erkrankten Bewohnerin. Die nächtlichen Schreiattacken führen zu permanenten Schlafstörungen im gesamten Häuserblock. Obwohl der Fall bekannt ist und bereits Polizei und Hausverwaltung eingeschaltet wurden, habe sich an der Situation nichts geändert, erklärt Regina A. Die Nachbarn fordern dringend Unterstützung für die Frau, um wieder mehr Lebensqualität herzustellen.
- Laute Schreie in der Klabundgasse rauben den Anrainerinnen und Anrainern den Schlaf.
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
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Der Bezirk erklärt, dass dazu bereits ein gerichtliches Verfahren laufe. Dieses könne jedoch noch mehrere Monate lang dauern. "Die Polizeieinsätze sind aktenkundig. Aufgrund der geltenden Gesetzeslage gibt es derzeit keine andere Möglichkeit, als die Prozessabwicklung abzuwarten", erklärt man.
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