Evas Lernecke: Elternsprechtag in Neuauflage

Wir alle kennen das: Ewig lange Schlangen vor den Lehrerzimmern, stickige Luft, nervöse, drängelnde Eltern und überarbeitete Lehrer hinter meterhohen Heftetürmen. Hurra, es ist Elternsprechtag!
In der neuen Mittelschule gibt es da ein neues Konzept, das eine Verbesserung für alle darstellt...Darf ich vorstellen: Tatatahhhhhh...die SEL- Gespräche ;-)

SEL steht für Schüler-Eltern- Lehrer- Gespräche und schon allein die Anordnung dieser Buchstaben stellt bereits einen Grundpfeiler der Neuerung dar.
Nicht mehr der Lehrer soll derjenige sein, der über die Leistungen und Verfehlungen des Schülers referiert, sondern der Schüler selbst ist derjenige, der seine Erfolge präsentieren, sich selbst einschätzen, über Misserfolge und deren Ursachen gemeinsam mit den Eltern und dem Lehrer in einem produktiven Umfeld refektieren soll.

Anders als beim herkömmlichen Elternsprechtag bekommt das Kind Redezeit und daraufhin nehmen die Eltern und am Ende der Lehrer Stellung zu dem Gesagten und geben deren Einschätzung der Lage preis.
Die eingefahrene " Hackordnung" wird so unterbrochen und eine gemeinsames konstruktives Gespräch ermöglicht ohne den Charakter einer Bewertung, weder für Eltern, Kind noch für den Lehrer.
Das Lernziel und die Wege dorthin stehen im Mittelpunkt, nicht das Herausarbeiten und Strafen von aufgetretenen Fehlern. Es gilt von den Sichtweisen des jeweils anderen zu profitieren und mit der gemeinsamen Idee offen zu sein für neue Horizonte, denn sechs Augen sehen ja bekanntlich mehr als zwei.
Die Allmacht des Lehrkörpers wird somit in den Hintergrund gerückt, wobei man dazu sagen muss, dass sich dies im Laufe der Zeit ohnedies drastisch verändert hat. Trotz allem bleibt der Lehrer der Profi, der Pädagoge und der Leiter dieser Gesprächsrunde, der die Leitlinien und Ziele dirigiert und Hintergrundinformationen sowie Aufzeichnungen zur Dokumentation bereit hat und letztendlich am Jahresende ja aus all den erbrachten Leistungen eine Beurteilung schreiben muss.

Damit wird viel demokratischer an die Sache herangegangen und als zusätzlicher Vorteil gilt, dass für solche Gespräche Termine vergeben werden, die man einzeln wahrnimmt und sich somit die Warteschlangen des Elternsprechtages erspart.
Für den Lehrer bedeutet dies zwar einen vor allem zeittechnischen Mehraufwand, da diese Gespräche während der unterrichtsfreien Zeit stattzufinden haben und nicht zusätzlich entlohnt werden, doch zum Glück sind wir Lehrer noch um Welten idealistischer als uns von der Allgemeinheit zugetraut wird. ;-)
Der bekannte Elternsprechtag wird weiterhin zusätzlich einmal jährlich angeboten. Jeder kann sich selbst ein Bild machen, was ihm mehr zusagt, und was er für vielversprechender hält.
Gut ist auf jeden Fall, dass neue Sachen ausprobiert und in die Tat umgesetzt werden. Ob es sich bewährt, wird die Zukunft zeigen. Doch mit einem weiteren Schritt in die organsierte Demokratie sind wir mit Sicherheit auf einem guten Weg.
Liebe Grüße,
eure Eva

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