Personal wird geschult
Weiterer Vorfall vermutlicher sexueller Belästigung im Amalienbad
- Erneut soll es im Amalienbad zu einem Vorfall sexueller Belästigung gekommen sein. Das Personal wird indessen seit den ersten bekannt gewordenen Vorfällen im Dezember 2025 geschult. (Symbolfoto)
- Foto: Panthermedia/AllaSerebrina
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Erneut sollen im Amalienbad zwei Frauen von einem Badegast bedrängt und verfolgt worden sein. Der Vorfall reiht sich an die Ende des Jahres 2025 publik gewordenen Taten. Das Personal des Bades wird indessen geschult.
WIEN/FAVORITEN. Ende 2025 wurde das Amalienbad in Favoriten Objekt unrühmlicher Berichterstattung: Mehrere Frauen wurden in der Sauna des Wiener Hallenbades sexuell belästigt. Mehrere Männer hätten sie angestarrt und später direkt neben ihnen masturbiert – berichtete der "Standard" zuerst.
Neben dem Schock, den der Fall in Wien und Österreich auslöste, kam ein weiteres Problem ans Licht: Die Mitarbeitenden im Bad wussten nicht, wie man sich in der Situation richtig verhält. Die zuständige Magistratsabteilung 44 – Wiener Bäder kündigte Schulungen an. Diese sind inzwischen längst im Gange. Wie MeinBezirk erfahren hat, gab es indessen aber einen weiteren Vorfall vermeintlicher sexueller Belästigung.
"Bedrängt und verfolgt"
Am Abend des Mittwochs, 18. Februars, habe sich eine Frau telefonisch bei der MA 44 gemeldet: "gab an, am Abend des Vortages in der gemischten Sauna des Amalienbades gemeinsam mit einer weiblichen Begleitperson von einem jüngeren männlichen Badegast durch Nichtwahrung der gegebenen Distanz bedrängt und in der Folge auch in andere Badebereiche verfolgt worden zu sein", erklärt man aus der Magistratsabteilung gegenüber MeinBezirk.
Die Dame habe den Vorfall nicht direkt beim Personal gemeldet, beschrieb den Mann aber beim Telefonat und forderte Konsequenzen: "Derzeit sind wir beim Befragen unseres Personals, ob der männliche Badegast zugeordnet werden kann. Dies wird aber bis Mitte nächster Woche dauern", so die MA 44.
- Mit Schulungen soll das Personal für derartige Fälle vorbereitet werden, weitere Maßnahmen sollen Sicherheit bieten. (Symbolfoto)
- Foto: gravityimaging/Panthermedia
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In diesem Falle konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amalienbades nicht von ihrem erworbenen Wissen Gebrauch machen. Man betont jedoch, dass die Schulungen bereits gestartet sind: "Bis September wurden bereits 17 Termine vereinbart. Pro Termin werden rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult." Verantwortlich für die Schulung ist die MA 57 – Frauenservice Wien.
Hilfsknopf und Belichtung
Bei einer Schulung werden den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern sowie den Führungskräften die Prozesse und Vorgangsweise bei sexueller Belästigung erklärt. Zudem gibt es weitere Maßnahmen, um Vorfälle sexueller Belästigung künftig einzubremsen.
Im Internet sowie vor Ort soll Informationsmaterial vorhanden sein. Diese klären auf, wo man sich bei Vorfällen melden kann oder wie man sich verhalten soll. Des Weiteren soll der "Notfallknopf" hervorgehoben werden: Dieser "steht ausdrücklich als 'Hilfsknopf' auch zur Verfügung bei Belästigungen", wird erklärt.
Derzeit werden zudem die Aufenthaltsräume in den Saunabereichen geprüft: Beleuchtungssituation, Anordnung der Liegen, Ruhebereiche sollen sondiert werden. Geprüft wird außerdem, inwiefern unterschiedliche Öffnungszeiten oder geschlechtergetrennte Abende angeboten werden. Bei einem Termin Ende Februar werden sich die Dienststellen über den Stand der Umsetzung der Maßnahmen absprechen.
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