Todesstoß für die Diskothek "Tina"

Die Diskothek „Tina“, jahrzehntelanger Treffpunkt der Jugend, gehört ab Samstag der Vergangenheit an.

Von PETER KOWAL

Vor einigen Tagen kam die Hiobsbotschaft für den Pächter der Diskothek „Tina“ in der 10. Oktober- Straße in Feldkirchen, Gernot „Gerry“ Sobian. Von der Bezirkshauptmannschaft flatterte der Bescheid einer neuen Betriebszeitbeschränkung ins Haus.

Ab 24 Uhr geschlossen

„Ab sofort darf ich die Diskothek nur noch bis 24 Uhr offen halten. Für mich als Pächter ein Wahnsinn, das ist der Todesstoß für die Disco“, so Sobian in einer ersten Reaktion. Eigentlich wollte der Gastronom die Diskothek in nächster Zeit sowieso abgeben. Ein Nachfolger stand bereits parat, um das Lokal zu übernehmen.

Kosten von 40.000 Euro

„Doch der hat jetzt nach diesem Bescheid natürlich abgewunken“, erklärt der Diskothekenwirt. Damit verliert Sobian auch die Ablösesumme von 40.000 Euro. „Kein Nachfolger, keine Ablöse, ich bleibe nun auf den Kosten sitzen“, ärgert sich der Wirt. Die Besitzerin der „Tina“ erfuhr erst am Montag von der neuen Verordnung. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich davon hörte. Das ist ein Wahnsinn für eine Diskothek, um 24 Uhr geht das Geschäft erst richtig los“, so Hotelierin Martina Steinberger, die in Krumpendorf das Hotel „Gretl“ besitzt. Die „Tina“ wurde vor 33 Jahren von ihrer Mutter nach ihr benannt.

Verlust für die Jugend

Steinbauer wundert sich schon lange über die Bestimmungen der Behörden. „Schon die Trennung in der Diskothek zwischen Raucher und Nichtraucher ist mir unerklärlich, nun dies. Für die Jugend wird es ein großer Verlust sein. Denn wo geht die Jugend jetzt hin, wahrscheinlich werden sie nach Klagenfurt oder Villach fahren, ob das für die Sicherheit gut ist, ich weiß es nicht“, so Steinberger.
Dem Pächter Sobian will die Hotelierin insofern helfen, dass er die Kündigungsfrist nicht einhalten muss und bereits am kommenden Samstag, dem 29. Mai, um 24 Uhr die Pforten von der „Tina“ für immer schließen kann.
Es wird ein Abschied mit Wehmut sein, denn in über drei Jahrzehnten ist jeder Feldkirchner Jugendliche zumindest einmal in der „Tina“ gewesen. Wie es weitergeht? „Ich weiß es noch nicht, denn das kam für mich überraschend. Die Sommersaison steht vor der Tür und ich habe im Hotel genug Probleme, sodass ich für die Diskothek im Moment überhaupt keine Zeit habe“, erklärt Steinberger.

Bescheid gilt für immer

Die WOCHE fragte beim Bezirkshauptmann Dietmar Stückler nach, welche Gründe für die Verordnung vorliegen. „Der Bescheid musste aufgrund zahlreicher Nachbarschaftsbeschwerden und aus sicherheitspolitischen Überlegungen gefasst werden“, so Stückler.
Die Betriebszeitbeschränkung wurde für die „Tina“ für immer erlassen, mit einer Aufhebung ist nicht zu rechnen. „Es waren auch die zahlreichen Raufereien und die Verletzungen von Jugendschutzbestimmungen sowie das große Sicherheitsproblem vor dem Lokal für diese Entscheidung ausschlaggebend“, erklärt der Bezirkshauptmann.

Noch mehr Lokale im Visier

Und es sollen in Feldkirchen noch einige Lokale im Visier der Bezirkshauptmannschaft liegen. Mehr war vom Bezirkschef vorerst nicht zu erfahren.
Für den „Tina“-Pächter ist das Geschäft gelaufen. „Ich muss mich damit abfinden und auf das zweite Lokal konzentrieren. Es geht um meine Existenz“, schließt Sobian.

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