Hermann Nitschs 6-Tage-Spiel
Fest des Dionysos in Prinzendorf
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Etliche Tonnen Tomaten, Trauben, Innereien und Blut waren im Einsatz bei Hermann Nitschs "6-Tages-Spiel", dessen dritter Tag am Pfingstsonntag in Schloss Prinzendorf im Weinviertel aufgeführt wurde.
PRINZENDORF(pa). Alle diese Zutaten waren diesmal farblich in Rotnuancen gehalten – und tränkten damit das Geschehen im Schlosshof in einen intensiven Farbklang. Nachdem letztes Jahr die ersten beiden Tage von Hermann Nitschs Orgien-Mysterienspektakel aufgeführt wurden, ging es dieses Jahr zum Höhepunkt mit einem rauschenden Fest des Dionysos. Erst einmal, 1998, wurde Hermann Nitschs 6-Tage-Spiel in Gesamtlänge gespielt, jetzt wird es in der zweiten Fassung ohne den Aktionisten, der im letzten Jahr verstorben war, in mehreren Etappen wiederholt.
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Involviert in dieses Spektakel sind mehrere hundert Akteure und Akteurinnen, alle in weiß gekleidet – ein Weiß, das sich im Laufe des Tages in ein Rot verwandelt –, ein hundertköpfiges Orchester, diese Musiker alle schwarz angezogen, das Publikum, sowie die gesamte Crew, die für Essen, Trinken und Organisation zuständig ist. Sie alle sind Teil der Aktionen, die entsprechend ihrem Urheber eine Preisung der Schöpfung darstellen sollen.
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Während am Vormittag vor allem die Musik und die verschiedenen Klangwelten im Vordergrund standen wurde am Nachmittag der im Ablauf vorgesehene tote Stier von einigen Akteuren in den Hof getragen und vor einer weißen Leinwand hochgezogen und später auf einem Holzgerüst in einer Prozession durch die Felder getragen. Nach dem Ernst des Geschehens fand der eher lustige Ausklang für alle mit einer tschechischen Blaskapelle bei Wein und Weinviertler Essen in der alten Ortsmühle statt.
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