Schafe statt Maschinen
Mähende Landschaftspfleger im Weinviertel
- Schafherde bei der Arbeit auf der Trockenrasenfläche.
- Foto: EVN / Matejschek
- hochgeladen von Claudia Bräuer
Ungewöhnliche Landschaftspfleger sind derzeit im Weinviertel im Einsatz: Mehr als 60 Schafe sorgen auf rund fünf Hektar wertvoller Trockenrasenflächen bei Neusiedl an der Zaya dafür, dass seltene Lebensräume erhalten bleiben.
NEUSIEDL AN DER ZAYA. Die Beweidung ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen für den Bau eines neuen Windparks und zeigt, wie erneuerbare Energie und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Nur wenige Kilometer von der Windkraftbaustelle entfernt haben die Tiere ihr neues Revier bezogen. Wo sonst Maschinen zum Einsatz kämen, übernehmen nun die Schafe die Pflege der wertvollen Halb- und Trockenrasenflächen – ganz natürlich und ressourcenschonend.
„Die Schafe fühlen sich auf dem Gelände sichtlich wohl. Sie übernehmen Aufgaben, für die sonst Maschinen im Einsatz wären. Das ist eine Lösung, von der Mensch und Tier gleichermaßen profitieren. Und entzückend anzusehen sind sie auch noch“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach.
Ideale Landschaftspfleger
Für den Naturpark Leiserberge sind die Tiere ideale Landschaftspfleger. „Schafe eignen sich besonders gut, um diese wertvollen Flächen, die mittlerweile stark verbuscht sind, wiederherzustellen. Hier gibt es alles, was Schafe gerne fressen“, erklärt Geschäftsführer Alexander Ernst. Auch die Agrargemeinschaft Neusiedl an der Zaya profitiert von der Zusammenarbeit. „Unsere Flächen können mit den Tieren ideal bewirtschaftet werden und die Schafe freuen sich über ein nahezu unbegrenztes Futterangebot“, betont Obmann Ronald Bauer.
Die unscheinbaren Trockenrasen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Niederösterreichs. Im Frühjahr blühen hier unter anderem das seltene Frühjahrs-Adonisröschen und die Große Kuhschelle. Durch die Beweidung bleiben diese wertvollen Standorte langfristig erhalten.
Nachhaltige Projekte
Die Schafherde ist nur eine von zahlreichen Naturschutzmaßnahmen der EVN Naturkraft. Seit rund 30 Jahren setzt das Unternehmen Ausgleichsprojekte rund um Windparks um und betreut mittlerweile mehr als 250 Hektar ökologisch wertvoller Flächen. Dazu zählen unter anderem Bienenfresserwände, Landschaftsteiche für Schwarzstörche oder spezielle Lebensräume für den Wespenbussard.
„Der sorgsame Umgang mit der Natur ist für uns selbstverständlicher Bestandteil jedes Projekts. So entstehen wertvoller Ökostrom und gleichzeitig neue Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, so Zach. Mit Projekten wie diesem zeigt sich, dass der Ausbau erneuerbarer Energie und aktiver Naturschutz durchaus gemeinsam funktionieren können.
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