March: Hochwasser am Leitfluss

Kaum wiederzuerkennen: So sah die Gemeinde Dürnkrut im Jahr 2006 während der Hochwasserkatastrophe aus.
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Die March und ihre Hochwässer sorgten schon für manche Katastrophen im Bezirk.

BEZIRK. Mitten in der Nacht, gegen 3.30 Uhr wurden die Bewohner aus Dürnkrut aus ihren Betten gerissen, als am 3. April 2006 ein Damm der hochwasserführenden March bei Jedenspeigen brach. Innerhalb von Stunden stand die Hälfte des benachbarten Ortes Dürnkrut unter Wasser. 350 Häuser wurden evakuiert, 700 Menschen in Notquartiere in den Gebäuden der Volks- und Hauptschule einquartiert und 600 Einsatzkräfte arbeiteten unter Hochdruck. Kurz darauf dann das nächste Unglück: Der Damm brach an einer zweiten Stelle bei Stillfried und überschwemmte das Gebiet von Mannersdorf. Die prekäre Lage spitzte sich über mehrere Tage zu. Zwei Tage nach dem ersten Unglück wurde auch in Zwerndorf Alarm ausgelöst.

Tauwetter und Niederschläge

Verantwortlich für diese Naturkatastrophen waren gleich mehrere Faktoren: Grundsätzlich führt die March im Frühjahr aufgrund der Schneeschmelze über vier bis sechs Wochen mehr Wasser als üblich. Im Jahr 2006 gab es zusätzlich auch noch starke Niederschläge über mehrere Tage und der Damm war längst sanierungsbedürftig. Doch 2006 war nicht das einzige Jahr in dem der Bezirk und die March mit Hochwasser zu kämpfen hatten. Auch im Jahr 2009 und 2013 gab es jeweils Hochwasseralarm im Bezirk. Ein Jahrhundert-Hochwasser in zehnjährigem Abstand ist jedoch laut Experten nahezu normal und zu erwarten. Selbst vor wenigen Tagen musste die Fähre bei Angern an der March wegen Hochwassers kurzfristig eingestellt werden. 

Hochwasserschutz

Eigentlich war der Dammneubau im Jahr der Umweltkatastrophe schon fertig geplant. Bürgermeister Herbert Bauch meinte nach dem Unglück: „Der Plan, den Damm neu zu bauen, war eigentlich mit Beginn 2007 vorgesehen, aber durch die Ereignisse hat sich die Geschichte dann neu geschrieben.“ Mittlerweile wurde der alte Damm abgetragen und neu aufgebaut. Er ist höher, mit einem Betonkern ausgestattet, und soll so den Menschen über die volle Länge der March Sicherheit geben. Auch die Ortschaften Dürnkrut, Stillfried und Mannersdorf haben sich vom Hochwasser mittlerweile erholt und es ist kaum mehr etwas von den Schäden des Unglücks zu sehen. In Mannersdorf erinnert nur noch ein Gedenkstein an den Dammbruch vom 4. April 2006.

Pegel und Alarmauslösung

Die Wasserpegel- und Durchflusswerte der March werden seit dem enormen Hochwasser aus dem Jahr 2006 regelmäßig, das bedeutet mehrmals täglich, gemessen. Übersteigt beispielsweise der Wasserpegel in der Gemeinde Angern an der March einen Wert von 440 Zentimetern, wird ein "Voralarm" ausgelöst, ab einer Höhe von 640 Zentimetern wird der richtige Alarm ausgelöst und eine Reihe von Notfallplänen wird in Gang gesetzt.

Autor:

Marina Kraft aus Mistelbach

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