16.01.2018, 00:00 Uhr

Tod am Straßenrand: Polizeichef will Baumpflanzungen entlang der Straßen stoppen

Bezirkspolizeichef Heinz Kirchner will Leben retten. (Foto: Polizei)

Bezirkspolizeikommandant Heinz Kirchner nimmt den tödlichen Unfall bei Lassee vergangene Woche zum Anlass, auf vermeidbare Risiken im Straßenverkehr hinzuweisen

BEZIRK GÄNSERNDORF. "Ich will keine Bäume fällen lassen", stellt Bezirkspolizeikommandant Heinz Kirchner zu Beginn klar. Er tritt mit dem Thema 'Vermeidbare Risiken im Straßenverkehr' an die Öffentlichkeit. Anlass war der tödliche Unfall vor wenigen Tagen, ein 38-jähriger Mann war zwischen Loimersdorf und Lassee von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Er verstarb wenig später im Spital. Der Autolenker ist damit das 50 Verkehrsopfer seit 2005 im Bezirk Gänserndorf, das bei einem Baum-Unfall getötet wurde.

Todesstrafe

Kirchner kennt die Argumente der Baum-Befürworter: "Der Baum kann nichts dafür, der Fahrer ist selbst schuld, ich fahre seit 50 Jahren unfallfrei...". Doch: "Jene, die einen Angehörigen, Bekannten oder Freund verloren haben oder als Ersthelfer vor Ort waren, denken anders", weiß der Polizeichef aus Erfahrung und gibt zu bedenken: "Ist die Höchststrafe wegen eines Fahrfehlers tatsächlich angemessen?".
Auch das Argument, Bäume dienen der Orientierung, entkräftet der Polizeichef vehement: "Zur Orientierung dienen Leitpflöcke, Linien und im Winter Schneestangen. Niemand orientiert sich an Bäumen, schon gar nicht in der Nacht."
Er begann nun mit einer Unterschriftenaktion: 230 Unterschriften von Bürgermeistern, Polizisten und Feuerwehrangehörigen, die sich gegen eine Neu- bzw. Nachbepflanzung von Bäumen neben der Straße aussprechen liegen schon vor. "Aus Lassee haben wir an einem Tag gleich 30 bekommen."
Marcheggs Bürgermeister Gernot Haupt ist einer der Unterstützer von Bezirkspolizeikommandant Kirchners Forderung. "Wenn es darum geht, mehr Bäume zu pflanzen, hätte ich genug Ersatzflächen auf Gemeindegebiet, dich ich anbieten könnte." Wenn niemand Fahrfehler machen würde, bräuchte man auch keine Sicherheitsgurte.

Zur Sache

Die Statistik der Polizei Gänserndorf zeigt: Jugendlicher Leichtsinn und Raserei sind Hauptursache für die tödlichen Unfälle, das Alter der Opfer liegt statistisch bei 39 Jahren. Die meisten tödlichen Unfälle passieren auf der L 11 Markgrafneusiedl-Groß-Enzersdorf, L 48 Hohenau und Dobermannsdorf, L 49 Hohenau-Engelhartstetten und L 8 Angern-Deutsch-Wagram.
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Ke Po aus Gänserndorf | 17.01.2018 | 11:40   Melden
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