Die Franz-Josefs-Bahn-Retter

Initiative Pro FJB sind: Gerald Hohenbichler, der Gmünder Bgm. Andreas Beer und Karl Marek.
  • Initiative Pro FJB sind: Gerald Hohenbichler, der Gmünder Bgm. Andreas Beer und Karl Marek.
  • hochgeladen von Eva Jungmann

GMÜND (eju). Unter die vielen Bemühungen politischer, wirtschaftlicher und privater Zuordnung, die sich seit Jahren, ja fast Jahrzehnten, eine deutliche Aufwertung der Franz-Josefs-Bahn (FJB) wünschen, mischt sich seit vergangener Woche eine weitere Initiative.

Trio will FJB retten

Sie besteht aus zwei ÖBB-Bediensteten – Gerald Hohenbichler und dem bereits pensionierten Karl Marek – sowie dem Gmünder Bürgermeister Andreas Beer und nennt sich Initiative Pro Franz-Josefs-Bahn. In einer Pressekonferenz stellte das Trio seine Forderungen und Ziele vor.
Noch in den 1950er-Jahren wurde die FJB zweigleisig von Wien bis nach Gmünd und von hier weiter nach Prag geführt. Der bekannteste Zug war der Vindobona, der noch bis in die 1990er-Jahre nach Prag fuhr. Vom alten Glanz ist wenig geblieben. Die Strecke wurde zum Regionalzug degradiert, Ausbaumaßnahmen nur mehr in geringem Ausmaß vorgenommen – im Gegenteil, das zweite Gleis wurde bereits in den 1960er Jahren demontiert. Pendler, die via Zug nach Wien fahren, müssen derzeit Fahrzeiten von rund zwei Stunden zwanzig Minuten in Kauf nehmen, bedingt unter anderem durch rund 15 Haltestellen, die angefahren werden.

Politischer Wille fehlt

Beer, Hohenbichler und Marek sind sich einig, dass es schlicht am politischen Willen mangle, der FJB die Bedeutung zurückzugeben, die sie einmal innehatte. Daher wolle man überparteilich alle Bürgermeister entlang der FJB-Strecke ins Boot holen, um so eine entsprechende Breitenwirkung zu erzielen und den Bund als Geldgeber sowie das ÖBB-Management von der Vernünftigkeit einer Streckenaufwertung zu überzeugen. Immerhin sei diese Verbindung Wien – Prag die kürzestmögliche.

Moderne Loks, gerade Strecke

Mit relativ wenig Geld (im Vergleich zu anderen, sogenannten Groß-Prestigeprojekten) ließe sich, so das FJB-Initiativen-Trio, die Fahrzeit auf 1,5 Stunden reduzieren. Das soll langfristig Pendler im Waldviertel halten oder bereits abgewanderte Waldviertler zur Rückkehr bewegen.
Dazu müsse einerseits moderneres Lokomotivenmaterial eingesetzt werden – ein Anfang wäre der sogenannte Pendolino-Zug, mit dem man die Strecke in der aktuellen Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h befahren könnte. Verflachte Kurvenradien sowie Streckenverkürzungen sollten mittelfristig weitere Fahrzeitverkürzungen sowie Geschwindigkeitserhöhungen auf bis zu 200 km/h ermöglichen. Auch solle die umstiegsfreie Weiterführung nach Prag für den internationalen Reiseverkehr wieder aufgenommen werden, welcher derzeit über Brünn geführt wird, weil diese Nordstrecke schneller befahren werden kann als die FJB.
Die Pro-FJB-Initiatoren stellten zudem die Gründung eines Vereines in Aussicht.

Zur Sache

Die Initiative Pro FJB fordert von Bund und ÖBB:

Kurzfristiger Ausbau

• Anbindung an die europäische Kulturhauptstadt 2015 Pilsen (Aufwertung durch Anbindung an den Korridor Prag – Nürnberg)
• Anschluss an das internationale Hochleistungs-Eisenbahnnetz „TEN“ (Hauptbahnhof Wien und Flughafen Wien)
• Einsatz von Pendolino-Zügen (Neigetechnikzüge bis zu 200 km/h Spitzengeschwindigkeit) um die Strecke zur Hochleistungsstrecke aufzuwerten (Fahrzeit Wien – Gmünd 1:40h)

Mittelfristiger Ausbau

• Generelle Anhebung der Streckengeschwindigkeit durch teilweise Trassenbegradigung bzw. Bogenverflachung

Langfristiger Ausbau
• Wiederherstellung bzw. optimierte Herstellung eines zweiten Geleises (bzw. teilweise neue Streckenführung)

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