Kunde beschimpft Kellner
Kein Platz für Rassismus in der Haller Geisterburg

Für den Kellner Kara Yilmaz und Geschäftsführer Benjamin Rimml von der Restaurant Geisterburg in Hall in Tirol haben Rassisten keinen Platz und auch keine Pizza verdient.
  • Für den Kellner Kara Yilmaz und Geschäftsführer Benjamin Rimml von der Restaurant Geisterburg in Hall in Tirol haben Rassisten keinen Platz und auch keine Pizza verdient.
  • Foto: Kendlbacher
  • hochgeladen von Michael Kendlbacher

Aufgrund einer Essensreklamation ist es letzten Mittwoch im beliebten Haller Restaurant Geisterburg zu einer rassistischen Auseinandersetzung mit einem Kunden gekommen.

HALL. Kara Yilmaz ist schon lange im beliebten Haller Restaurant Geisterburg beschäftigt. Doch was er letzte Woche erleben musste, ist ihm in seiner Zeit als erfahrene Servicekraft noch nie passiert. Der Vorfall ereignete sich letzten Mittwoch, am 21. Juli als ein Kunde telefonisch eine Pizza auf Abholung bestellte. Der Wunsch nach frischen Chilischoten auf der Pizza führte wenig später am Telefon zu einem heftigen Streit, auch rassistische Beschimpfungen seien gefallen. Danach wurde der Kunde in den sozialen Medien (Facebook) aktiv, wo er eine schlechte Bewertung und seine fremdenfeindlichen Beleidigungen weiter ausführte.

„Sind echt zu dumm, verstehen nicht mal was frische Chilischoten sind. Typisch verschissene Ausländer. Verschwindet dahin, wo ihr hergekommen seid oder lernt Deutsch ihr Vollpfosten", schrieb der Kunde in den sozialen Medien.

Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten und kam von Geschäftsführer Benjamin Rimml retour. „Kein Platz für Rassismus und kein Interesse an solchen Gästen! ... Wie Ihnen der Kellner am Telefon in sehr gutem Deutsch erklärt hat, haben wir keine frischen Chilischoten, sondern gemahlene Schoten oder Pfefferoni. Ich habe Ihre Rezension gemeldet, sie ist rassistisch, beleidigend und beschämend und ich dulde nicht, dass irgendwer so mit meinen Mitarbeitern redet", so Rimml in seinem Posting. Für den Geschäftsführer der Geisterburg sind solche rassistischen Äußerungen gegen seine Mitarbeiter das Allerletzte und er betont: „Ich bin dankbar und stolz auf jeden einzelnen Mitarbeiter. Es gibt unzählige Pizzerien in der Umgebung von Hall, sollten Sie das nächste Mal Hunger auf eine Pizza haben, besuchen Sie eine andere Pizzeria, denn in unserer haben Sie auf jeden Fall Hausverbot und ich weigere mich, Ihnen jemals wieder eine Pizza zu verkaufen. Sehr gerne verzichten wir auf rassistische Gäste! Und ich wünsche Ihnen, bei der Suche nach einer Pizzeria welche nur Einheimische beschäftigt alles Gute", so Rimml in seiner Antwort. Der Beitrag wurde wenig später in den sozialen Medien massenhaft geteilt und bekam zahlreiche positive Zustimmungen von Gästen und anderen Sympathisanten.

Keinen Platz für Rassisten

Laut Rimml wurde dem Kunden die Pizza noch bei der Abholung gezeigt und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keine frischen Chilischoten vorhanden sind. Der Kunde bezahlte und nahm die Pizza mit. Nur wenig später folgte der beleidigende Anruf, den Kellner Kara Yilmaz (gebürtiger Türke) so schnell nicht mehr vergessen wird. „Ich bin seit 30 Jahren Kellner, aber sowas habe ich noch nie erlebt", zeigt sich Yilmaz empört. Der Chef der Geisterburg hält im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN fest: „Die Geisterburg ist ein Haus, welches schon immer für Vielfältigkeit steht und Stolz auf seine Diversität ist. Es ist egal, welches Geschlecht, welche Sexualität, Herkunft oder Hautfarbe jemand hat, es ist jeder willkommen und für jeden haben wir einen Platz. Jedoch eben nicht für Ausländerfeindlichkeit, Rassismus oder Homophobie – auf Gäste mit solch einer Einstellung können wir gerne verzichten“, so Rimml, der in seinem Restaurant einen Mitarbeiter mit Handicap sowie zahlreiche Mitarbeiter unterschiedlichster Nationalitäten beschäftigt.

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