12.10.2016, 13:29 Uhr

Geht nit gibt´s nit

Heuer im Frühjahr gewann Wallner eines von zwei IPCAS-Rennen im Rahmen von RollRinn.

So lautet das Motto von Simon Wallner, der seit seinem schweren Motorradunfall und der damit verbundenen Querschnittslähmung erst so richtig durchstartet.

Vor sechs Jahren war die Welt für Simon Wallner noch in Ordnung. Der gebürtige Volderer arbeitete nach seiner Lehre als Maschinenbautechniker bei der Firma Felderer KG in Hall, quasi nebenbei fuhr er als Rennläufer im Schilandeskader und spielte später als Fußballer in der Landesliga West. Doch dann traf ihn völlig unvorbereitet ein Schicksalsschlag und er saß von einem Tag auf den anderen im Rollstuhl. „Du wirst da einfach ins kalte Wasser gestoßen, für so etwas gibt es keine Vorbereitung“, erinnert sich Simon an seine ersten schweren Tage nach der Reha in Bad Häring.

Immer neue Ziele setzen

Als grenzenloser Optimist fand sich Simon aber relativ schnell wieder im Alltagt zurecht, Stütze war ihm dabei die Familie, seine Freunde und natürlich der Sport. Selbiger rückte im Laufe der Zeit immer mehr in den Mittelpunkt und mittlerweile hat er es im Monoschi in den Nationalkader des ÖSV geschafft. So gewann er 2014/15 ein IPCAS-Rennen im Rahmen von RollRinn und schaffte es im Europacup zweimal auf den 5ten Platz, im Weltcup wurde er zweimal 12ter. Doch dem nicht genug, strebt Wallner nach der WM 2017 in Italien schon sein nächstes, großes Ziel an, die Olympiateilnahme 2018 in Südkorea.

Horizonterweiterung

„Studieren war für mich eigentlich nie ein Thema, doch nach so einem Schicksalsschlag denkst du ganz anders und nimmst auch Möglichkeiten ganz anders wahr“, so Wallner. 2014/15 begann Simon als erster Versehrtensportler sein Sportstudium, was unter anderem den Vorteil hat, dass er auf der USI im Olympiazentrum trainieren kann. „Als Sportwissenschafter hast du auch als Versehrtensportler viele Möglichkeiten“, so Wallner. Er kann sich seine Zukunft als Trainer, auf der Uni oder als Sporttechniker vorstellen, ist aber auch für andere Dinge offen. „Mit einem gewissen Willen ist alles möglich“, meint der Sportfanatiker, der auch in seiner Freizeit nach Höherem strebt. So radelte er heuer mit seinem Handbike auf die Hinterhornalm oder machte im Vorjahr eine große Amerikareise mit Zwischenstops auf Island und Hawaii.

Vorbildwirkung

„Ich möchte mit meiner persönlichen Bewältigung des Schicksalsschlages auch anderen Menschen Mut machen - geht nit gibt’s nämlich in meinem Wortschatz nicht“, so der 28-Jährige. Als Kind seiner Zeit teilt er seine Erlebnisse auf den Sozialen Medien, es gibt bereits einige Youtube-Videos von ihm, auf seiner Homepage www.simon-wallner.at und auf Instagram kann man Bilder herunterladen und auf Facebook/simon.wallner.ski ist er sowieso. „Man lebt einfach bewusster mit einem solchem Handicap“, sieht Wallner vor allem das Positive an seinem ganz persönlichen Schicksal.
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