04.07.2018, 12:00 Uhr

Kindergarten im Container?

Ein "Containerkindergarten" wIrd diskutiert (Foto: Symbolbild: Fügenschuh)

Unter hohem Zeitdruck muss der Haller Stadtrat entscheiden, wo der provisorische Kindergarten entstehen soll.

HALL. Eigentlich war schon alles geplant: Im Herbst sollte der Unterricht in der Neuen Mittelschule nahe dem Parkhotel beginnen. Dadurch würden Räume in der alten Schule Schönegg frei, wo man vorübergehend für ein paar Jahre einen dringend benötigten Kindergarten unterbringen könnte. Sofort nach Schulende sollten deswegen die Umbauarbeiten beginnen.
Jetzt ist aber die ganze Planung durcheinander gekommen. Schuld daran sollen nicht Verzögerungen beim Neubau der Schule sein, sondern der zu enge Zeitplan für die Übersiedlung. "Der Schulbau wird pünktlich fertig gestellt, aber die Möblierung und die Einrichtung brauchen Zeit. Wir haben deshalb beschlossen, die Schüler aus der Europaschule, der Neuen Mittelschule Schönegg und dem sonderpädagogischen Zentrum erst in den Herbstferien zwischen Nationalfeiertag und Allerheiligen in das neue Schulzentrum zu übersiedeln", erklärt Bgm. Eva Posch (ÖVP).
Erst dann könnte mit den Umbauarbeiten begonnen werden, die Kindergruppen würden erst mit Beginn des zweiten Semesters im Februar starten.
Deswegen ist jetzt alles in Frage gestellt. Bei der letzten Gemeinderatssitzung im Juni wurde beschlossen, auch die Anmietung von Containern zu prüfen. Ein Containerkindergarten könnte wohl pünktlich bis zum September fertig sein. Sowohl der Kindergarten in den Containern wie auch der in der alten Schule Schönegg wären nur eine Lösung für ein paar Jahre, bis man einen Neubau errichtet. Wann genau das sein wird, ist noch offen. Je länger die Wartezeit auf den "echten" neuen Kindergarten ist, desto teurer wäre die Containerlösung, weil man ja Miete zahlen muss.

Schnelle Entscheidung

Schon im nächsten Stadtrat im Juli soll die Entscheidung gefällt werden, ob man Container anmietet. Es besteht die Gefahr, dass die Stadt Hall in den nächsten Jahren hunderttausende Euros zu viel für teure Zwischenlösungen ausgibt, Geld, welches dann für den Neubau fehlt.

Kritik an Plänen

"Wir wurden von dem Vorschlag des Containerkindergartens völlig überrascht", kritisiert Vizebgm. Wolfgang Tscherner (Liste "Für Hall"). "Ich kann mir einen Containerkindergarten auf der grünen Wiese, wo die Sonne voll draufknallt, nicht vorstellen. Das zeigt wieder einmal das widersprüchliche Vorgehen rund um die Schule Schönegg. Zuerst heißt es, die Schule sei desolat, wir brauchen einen Neubau. Dann heißt es, wir bringen dort einen Kindergarten unter, weil das Gebäude eh noch gut in Schuss ist. Jetzt sollen auf einmal Container her", wundert sich Tscherner.
"Wir prüfen alle Varianten. Die Qualität der Schule bzw. der Kinderbetreuung hat Vorrang", verspricht Bgm. Eva Posch.
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