Liebe und Tod im Pop- Musical

Foto: Sarah Peischer
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Zum 25-Jahr-Jubiläum des Theatervereins Rum, der sich ab nun „Theater Rum“
nennt, war eine Überraschung fällig. Mit dieser Produktion ist dies zweifellos gelungen und hat alle Erwartungen übertroffen. Viele Tiroler kennen Verdis AIDA von den Sommeraufführungen in der Arena Veronas, nun wagten sich Spielleiter Martin Moritz, sein Kreativteam mit der bewährten Regisseurin Ursula Lysser an Elton Johns Komposition, für welche Tim Rice die Texte zu der dramatischen Love-Story geschrieben hatte. Die Geschichte des ägyptischen Heerführers Radames, der sich in die gefangene nubische Prinzessin Aida verliebt und damit sich und die Geliebte in einen unlösbaren Konflikt zwischen Liebe und Staatsräson verstrickt, wird hier nicht in tragischem Belcanto, sondern poppig, zärtlich und rockig zelebriert und verführt zu Tanz und farbigen Ethnorhythmen. In zweieinhalb Stunden taucht man in eine blaue Höhle mit Hieroglyphenwänden ein, die sich ständig durch klare Raum- u. Ortszitate sowie eine perfekte Licht-Soundtechnik verwandelt (Weisleitner, Mayrhofer, Wetzinger). Christa Schallert kleidet das Heer von Mitwirkenden in stimmige Kostüme, Thomas Prenn zeichnet verantwortlich für die hinreißende Musik (Vocal-coaching Alexander Giner), den „Lippenbewegern & Friends“ gelingen mühelos die schmissigen Songs, besonders bewegend in der Freiheitshymne „Die Sonne Nubiens…“ Nun zu den Soloprotagonisten: Martin Moritz gelingt musikalisch und darstellerisch teuflisch gut die Figur des intriganten Ministerpräsidenten Zoser, auf Augenhöhe agiert Georg Mader als strahlender, naiver Heerführer Radames, dem Martina Schwarz sympathisch als Prinzessin Aida mit kraftvoller Stimme und differenziertem Spiel durchaus ebenbürtig begegnet. Michael Huber und Julia Fankhauser bringen stimmlich geschickt ihren Part als Diener Mereb und Sklavin Nehebka ein, Engelbert Habicher nimmt man gerne den kranken Pharao ab, Max Lechner gefällt als Nubierfürst Amonasro. Silke Winkler setzt gesanglich & komödiantisch überzeugend die Figur der Fremdenführerin, aber besonders jene der ägyptischen Prinzessin Amneris, in Szene. Wenn man bedenkt, wozu ein eigentlich aus Laien bestehendes Ensemble in der Lage ist, braucht man sich um ein lebendiges Theaterleben in Tirol keine sorgen machen. Ein großartiges Erlebnis, ein echtes Versäumnis, es nicht genossen zu haben.
Link zum Kommentar "Unglaubliche Leistung der Laienbühnen"

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