04.12.2017, 10:50 Uhr

Umfrage: Einblicke in ein Hernalser Grätzel

Unter die Lupe genommen hat IFES-Chefin Eva Zeglovits das Grätzel für den "Mitten in Hernals"-Gründer Martin Winkler.

131 Hernalser wurden im Juni zu ihrem Grätzel im Auftrag der Nachbarschaftsinitiative "Mitten in Hernals" befragt. Jetzt hat IFES-Chefin Eva Zeglovits die Ergebnisse präsentiert.

HERNALS. Wie denken die Bewohner über ihr eigenes Grätzel? Welche Wünsche oder Probleme gibt es? Und fühlen sie sich hier überhaupt wohl? Diesen und anderen Fragen wollte Martin Winkler, Gründer des Vereins "Mitten in Hernals", auf den Grund gehen und hat beim IFES – Institut für empirische Sozialforschung eine Umfrage in Auftrag gegeben. Der Gründer der Nachbarschaftsinitiative wollte dadurch herausfinden, wie das Grätzel tickt und ob ein Verein überhaupt angenommen würde. Eine Erkenntnis vorweg: Ältere Menschen können sich weniger vorstellen, mitzumachen, aber immerhin 16 Prozent der Befragten gaben bei der Umfrage "sicher" an.

Insgesamt 18 Fragen haben die Teilnehmer beantwortet. In dem Grätzel Hernalser Hauptstraße, Lidlgasse Rosensteingasse und Schumanngasse wurden im Juni 131 Anrainer persönlich befragt.

Es hat eine eher jüngere Gruppe mitgemacht, also Bewohner, die etwas jünger als der Durchschnitt der Bevölkerung in dem Grätzel an sich sind. In einer Mischung aus offenen und geschlossenen Fragen haben die Grätzelbewohner den Interviewern Rede und Antwort gestanden. Bei einem Treffen des Nachbarschaftsvereins hat jetzt IFES-Chefin Eva Zeglovits die Ergebnisse vor 25 Personen präsentiert.

Von Wohlgefühl und Pickerl

In vielen Fällen wurden Fragen sowohl auf Bezirks- als auch auf Wienebene gestellt. So fühlen sich 63 Prozent der Befragten in Wien sehr wohl und weitere 28 Prozent eher wohl. Im Grätzel sieht das dann schon wieder ein bisschen anders aus: Hier fühlen sich 54 Prozent sehr wohl und 36 Prozent eher wohl. Immerhin 48 Prozent der Befragten geben an, dass das Viertel ihr Lebensmittelpunkt ist. 28 Prozent wohnen zwar dort, verbringen aber nur wenig Zeit in der Gegend.

Eine überraschende Erkenntnis: Sechs von zehn Befragten ist nichts eingefallen, was sie an Hernals schlecht finden. Obwohl im Grätzel natürlich nicht alles perfekt ist: Die Parkplatz- bzw. Verkehrssituation ist ein emotionales Thema, sowohl bei Autobesitzern als auch bei Öffi-Nutzern. "Durch das Parkpickerl findet man jetzt einfacher einen Parkplatz", so Martin Winkler zu der Angelegenheit – etwas, worüber man sich zumindest unter den Anwesenden einig war. Wienweit stellen 31 Prozent der Befragten den Öffis ein gutes Zeugnis aus, für Hernals waren es nur 11 Prozent. "Das liegt am 43er", murmelte bei der Präsentation so mancher im Publikum.

Knackpunkt Zusammenleben

Ein weiteres schwieriges Thema ist das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen und Kulturen. 24 Prozent geben an, dass das Zusammenleben in Wien schlecht funktioniert. In Hernals sind 14 Prozent dieser Meinung, unter ihnen besonders viele Gemeindebaubewohner.

Die Studie wird bald im Internet auf www.mitteninhernals.at abrufbar sein.
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