Sonne und Schatten im Leben eines Superstars
- „Schicksalsschläge haben mir gezeigt, dass ich ein Stehaufmandl bin“, sagt der als DJ Ötzi gefeierte Gerry Friedle.
- Foto: Volker Neumüller
- hochgeladen von Bezirksblätter Archiv (Johannes Gold)
DJ Ötzi kommt im März in die Landeshauptstadt, um mit Florian Silbereisen das „Fest der Feste“ zu feiern
ST. PÖLTEN (jg). Das Fest der Feste muss nicht zwingend auf den Heiligen Abend fallen. Insbesondere für St. Pöltner Freunde der Volksmusik könnte es sich beim größten Fest des Jahres statt der Weihnacht um den 5. März 2014 handeln, wenn DJ Ötzi mit Florian Silbereisen in der Landeshauptstadt gastiert. Im Interview erklärt der Star aus Tirol, warum man die Veranstaltung nicht verpassen sollte und was das Wichtigste in seinem Leben ist.
Herr Friedle, wie darf ich Sie nennen? Herr Friedle oder DJ Ötzi?
Sag Gerry, bitte!
Gerry, was verbindest du mit St. Pölten?
Viel! Weil ich bin früher oft in dieser Gegend unterwegs gewesen. Speziell St. Pölten verbinde ich mit der Zeit, als ich DJ war.
Welche Erfahrungen hast du damals mit dem St. Pöltner Publikum gemacht?
Absolut nur positive. Wo ist denn das mit dem Egger Bier oder Egger Holz? Ist das in der Nähe von St. Pölten?
Ja, in Unterradlberg.
Super! Die Leute dort haben mir gegenüber ihr Herz geöffnet und toll abgefeiert.
Am 5. März wirst du mit Florian Silbereisen im Rahmen der Tournee „Das Fest der Feste“ in St. Pölten gastieren. Warum sollte ich die Show, auch wenn ich vielleicht kein Fan der Volksmusik bin, besuchen?
Ich denke, man wird bei so einem Fest einfach von der überaus beeindruckenden Stimmung der Fans mitgerissen und darf eine unglaubliche Atmosphäre erleben, welche sich kaum in Worte fassen lässt. Egal ob Volksmusik-Fan oder nicht – man kann sich der positiven Energie, die bei so einem Event sowohl musikalisch durch die Künstler wie auch durch die Begeisterung der Fans freigesetzt wird, nicht entziehen.
Das Fest der Feste wird genau damit beworben – mit Mitsing-Alarm, Party und Spaß. Du selbst hast in deinem Leben aber auch das Gegenteil in Form von Schicksalsschlägen erfahren müssen: Pflegeeltern, Obdachlosigkeit, Krebs. Wie viel von dem beziehungsweise wie viel von Gerry Friedle steckt eigentlich in DJ Ötzi?
In meinem Leben war es so: Um die Sonne sehen zu können, musste ich durch Schatten gehen. Mit dem, was ich als DJ Ötzi mache, werde ich geliebt und bekomme viel Anerkennung. Das ist genau das, was mir einfach gut tut. Es gibt keine Medizin, die so positiv ist, wie Leute, denen es gut geht, wenn sie mich sehen. Ich glaube, genau deswegen stecken 100 Prozent von mir in DJ Ötzi.
Schicksalsschläge haben damit offenbar dein Leben verändert. Wie hat sich das auf den Erfolg ausgewirkt?
Die Schicksalsschläge haben mir gezeigt, dass ich ein Stehaufmandl bin, nie aufgebe, immer weiter kämpfe und immer an mir arbeite. Erfolg ist erstrebenswert, aber nicht das Wichtigste. Am wichtigsten sind Familie und Gesundheit. Das sage ich nicht nur einfach so schnell raus. Ich sage das, weil ich Schatten und Sonne selbst erlebt habe.
Bleiben wir trotzdem beim Erfolg. Mit über 16 Millionen verkauften CDs giltst du als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker. Dein Schaffen konzentriert sich zu einem großen Teil auf die Produktion von Coverversionen. Wie gelingt es, damit so erfolgreich zu sein?
Der Erfolg der Songs liegt letztlich meiner Ansicht nach darin begründet, einen Titel eben nicht einfach nur zu kopieren, sondern nach eigenen musikalischen Maßstäben und durch individuelle Elemente zu verändern. Das Ergebnis ist ein Produkt meiner kreativen Arbeit als Künstler und trägt damit meine persönliche Klangnote: den DJ Ötzi-Stil. Die Herausforderung besteht für mich gerade darin, durch meine Bearbeitung einen Song wieder als neuartigen Hit aufleben zu lassen und die Menschen damit zu begeistern.
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