24.11.2017, 12:30 Uhr

Berufung: Betreuung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen

Stephanie mit ihrer Mentee im Autobus (Foto: Stephanie Fohler)

Stephanie Fohler hat eine Berufung: Die Betreuung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Was das mit dem Sozialprojekt Nightingale Inklusiv zu tun hat, dem gerade der Inklusionspreis verliehen wurde, hat sie der bz erzählt.

WIEN. Die 24jährige Studentin der Inklusionspädagogik hatte immer schon ein Herz für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, auch privat: So war sie einst als Freiwillige in Vietnam und hat in Waisenheimen mit angepackt. Vom Projekt Nightingale Inklusiv, einem Mentoringprogramm für Freizeitbegleitung der Pädagogischen Hochschule und der Kinderfreunde, hat sie an der Uni erfahren: Dabei begleiten Studierende SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen einmal in der Woche in der Freizeit. Ziele des Projekts sind gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz, also gelebte Inklusion, und zu erkennen, „wie vielfältig wir Menschen sind und dass wir durch unsere Unterschiede voneinander lernen können“, wie es Stephanie ausdrückt.

Von ihrer Mentee, also ihrem Schützling, erzählt sie mit leuchtenden Augen: „Bei unserem ersten Treffen habe ich sie von der Schule abgeholt und in ihre soziale WG begleitet. Anfangs war sie sehr schüchtern, aber als sie mir dann ihr Zimmer gezeigt hat und wir dabei gequatscht haben, hat sich das schnell gelegt.“ Man merkt, dass ihr das Wohl ihrer jungen Freundin sehr nahe geht. „Zum Geburtstag habe ich ihr einen Kuchen gebacken. Leider hat der Kuchen am Schluss besser ausgesehen als geschmeckt. Aber zumindest die Zuckerglasur hat sie blitzschnell aufgegessen.“ erzählt sie lachend.

Beide profitieren voneinander

Dass die Schülerin ihr Leben stark bereichert und sie viel dazugelernt hat, ergänzt Stephanie noch, und dass man „stets viel mehr zurückbekommt, als man gibt.“ Das lustigste gemeinsame Erlebnis? Als sie zusammen einen großen Hörsaal auf der Universität besucht haben: „Das ist ja wie eine riesige Klasse!“ staunte ihre Mentee. Weil sie ein großer Harry Potter-Fan ist, haben die langen Gänge der Uni sie stark an Hogwarts erinnert. Darum hat sie auch mit dem Handy alles abfotografiert, besonders die Professorenbüsten im Arkadenhof hatten es ihr angetan. Vielleicht sieht ja einer davon wie Harry Potters Professor Dumbledore aus... Nach zwei Semestern ist das Projekt für Stephanie nun offiziell beendet, aber der Kontakt zwischen beiden bleibt natürlich aufrecht. Und so werden im Projekt Nightingale Inklusiv auch in Zukunft noch viele Mentoren-Erlebnistagebücher mit gemeinsamen Fotos und Erinnerungen gefüllt werden.
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