Martin Rutter Hollabrunn
Aufregung um Corona-Verschwörungstheoretiker
- Martin Rutter als Redner auf einer Corona-Demonstration (2022)
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Ein geplanter Vortrag des umstrittenen Aktivisten Martin Rutter in Hollabrunn löste am Freitag massive Besorgnis aus. Nach Hinweisen an Medien und Behörden stornierte die FPÖ schließlich den Veranstaltungsort – die Wirtin zeigte sich erleichtert.
HOLLABRUNN. Am Freitagmittag erreichte die MeinBezirk-Redaktion ein Anruf mit einer brisanten Information: Am selben Abend sollte im Gasthaus Rammel in Hollabrunn ein Vortrag des Freiheitlichen Bildungsinstituts mit Martin Rutter unter dem Titel „Corona-Stammtisch“ stattfinden.
- Die Corona-Impfung
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„Dieser Auftritt beunruhigt mich zutiefst. Martin Rutter ist ein österreichischer, als rechtsextrem verurteilter Verschwörungstheoretiker, der zahlreiche Großdemos in Wien während der Corona-Zeit organisiert hat. Solchen Leuten darf man keine Bühne bieten“, so der besorgte Anrufer (Name der Redaktion bekannt).
Erste Reaktionen
Während Hollabrunns Bürgermeister Alfred Babinsky nichts von dieser Veranstaltung wusste, blickte Landtagsabgeordneter Richard Hogl (ÖVP) ihr gelassen entgegen: „Ich nehme an, falls irgendetwas vorfallen würde, müsste das bei der Polizei angezeigt werden.“
- Bezirkspolizeikommandant Eduard Widhalm
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Rücksprache mit dem Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) hielt hingegen Bezirkspolizeikommandant Eduard Widhalm und erklärte: „Das ist eine politische Veranstaltung des Freiheitlichen Bildungsinstituts, daher besteht keine Überwachungspflicht. Es ist aber wichtig, darüber informiert zu sein, um im Anlassfall reagieren zu können.“
Wirtin fühlte sich unwohl
Der Auftritt von Martin Rutter in ihrem Gasthaus beunruhigte die Wirtin Petra Rammel: „Ich fühlte mich nicht wohl. Eine rechtsextreme Person möchte ich nicht in meinem Lokal haben. Ich bin Wirtin und bin für alle Parteien offen.“
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Als die Wirtin über ihre Bedenken mit der FPÖ Hollabrunn sprach, wurde der gebuchte Saal von der FPÖ storniert und der Vortrag an einen anderen Ort verlegt. „Ich bin dankbar, dass die FPÖ storniert hat und mir somit die Entscheidung abgenommen wurde. Natürlich verliere ich dadurch Einnahmen, aber ich möchte keine negative Nachrede in Hollabrunn.“
Stellungnahme aus dem FBI (Freiheitliches Bildungsinstitut)
Beim Corona-Stammtisch handelt es sich um eine Veranstaltung des freiheitlichen Bildungsinstitutes, dieses erklärte: „Die öffentlich zugänglichen Stammtische widmen sich der kritischen Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen, ihren Folgen für Grundrechte, Gesellschaft und Gesundheitssystem sowie der Rolle internationaler Organisationen wie WHO und EU. Im Zentrum stehen die Fragen nach verlorener Souveränität und alternativen Strategien für zukünftige Krisen – mit Fokus auf Eigenverantwortung und dem Schutz demokratischer Freiheiten“, so ein Sprecher des Bildungsinstituts, und weiter: „Die Stammtische werden vom Freiheitlichen Bildungsinstitut organisiert und fördern die staatsbürgerliche Aufklärung und den gesellschaftlichen Diskurs. Bei seinen Veranstaltungen bedient sich das Bildungsinstitut generell unterschiedlichster Vortragender aus Theorie und Praxis, wie in etwa in diesem Fall auch Martin Rutter, einer zentralen Persönlichkeit im gesamten Corona-Komplex. Wir dürfen jeden Interessierten zum Vortrag einladen, der mündige Bürger kann sich dann sein Bild selbst machen.“
- FPÖ-Nationalrat Christian Lausch
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Von Seiten der FPÖ wird ergänzt: "Heutzutage wird ohnehin alles als rechtsextrem punziert, was dem System unangenehm ist. So wie damals sämtliche Corona-Demonstranten. Das haben die Menschen nicht vergessen."
Politische Reaktionen
FPÖ-Nationalrat Christian Lausch, der ursprünglich beim Corona-Stammtisch anwesend hätte sein sollen, jedoch verhindert war, versteht die Aufregung nicht. Persönlich wollte er kein Statement abgeben und verwies an die Landespressestelle sowie das Freiheitliche Bildungsinstitut.
- Vizebürgermeister Alexander Eckhardt
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SPÖ-Vizebürgermeister Alexander Eckhardt begrüßte die Absage: „Martin Rutter vertritt antidemokratische Ansichten – so etwas hat in Hollabrunn nichts zu suchen.“
- Grüne-Landtagsabgeordneter Georg Ecker
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So sieht das auch Grünen-Gemeinderat Georg Ecker: „Martin Rutter ist gerichtlich als rechtsextrem eingestuft.“
- Listen-Stadtrat Wolfgang Scharinger
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Anders sieht es Listen-Stadtrat Wolfgang Scharinger: „Demokratie muss auch so etwas aushalten. Gegen diesen Vortrag hätte ich nichts, niemand wird gezwungen hinzugehen.“
Aufregung auch schon in Horn und Neunkirchen
Bereits Anfang Oktober 2025 wurde ein geplanter Auftritt von Martin Rutter in Horn verhindert. Bürgermeister Gerhard Lentschig (ÖVP) unterstrich gemeinsam mit den Stadtvertretern von ÖVP, SPÖ, Die Grünen und NEOS die Dringlichkeit einer klaren Distanzierung. Unter dem Motto „Demokratischer Schulterschluss für die Stadt Horn“ betonten sie: „Unser Horn steht für Dialog, Zusammenhalt und Verantwortung – nicht für Spaltung, Hetze oder Desinformation.“
- In den Jahren der COVID-19-Pandemie fanden weltweit Demonstrationen gegen staatliche Maßnahmen wie Lockdowns und Impfvorschriften statt.
- Foto: MeinBezirk/Ronja Reidinger
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Bei Tom's Oase in Neunkirchen hätte Martin Rutter seine Thesen verbreiten sollen. Vizebürgermeister Marcus Berlosnig dazu: "Wir distanzieren uns von dieser Veranstaltung. Die angekündigte Teilnahme von Martin Rutter steht für eine Ideologie, die wir als zu kontrovers und nicht klar einordenbar empfinden." Nun wird der Stammtisch ins Augartl verlegt.
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