Eis aus der Cloud
Digitale Inventur mit Scan-Eis

Giorgio Leone (l.) präsentiert seinen Eisbehälter mit integriertem Chip, der die Inventur um vieles erleichtert.
  • Giorgio Leone (l.) präsentiert seinen Eisbehälter mit integriertem Chip, der die Inventur um vieles erleichtert.
  • Foto: PID/Bohmann
  • hochgeladen von Sophie Brandl

Das "Leones" zeigt, wie es geht: mit selbst gemachtem Eis aus der digitalen Welt von heute.

JOSEFSTADT. Das "Leones" in der Lange Gasse 78 bietet nicht nur köstliches Eis, sondern ist auch ein Pionier, wenn es um Digitalisierung geht. Giorgio Leone eröffnete 2015 seinen ersten Eissalon in der Josefstadt. Es folgten zwei weitere in der Inneren Stadt und in der Leopoldstadt.
Nach der Eröffnung der Filialen fehlte Leone noch etwas. Seine Antwort darauf: die Digitalisierung. Mit einer innovativen Idee gelang es ihm, die Inventur zu vereinfachen.

Digitale Inventur

Anfänglich wurde noch telefoniert und nachgefragt, wie viel von welchem Eis in den Filialen vorrätig sei. Dabei wurde mit einer Strichliste gearbeitet. Der studierte Informatiker suchte nach einer vereinfachten Lösung und entwickelte sein eigenes digitales Konzept. "Jeder Eisbehälter ist mit einem Chip versehen", sagt Leone. Der Chip wird gescannt und der Behälter abgewogen. "Ich weiß genau, welche Menge einer Sorte sich an einem Standort befindet", erklärt der Eismacher mit Begeisterung. Ein automatisierter Kühlschrank darf natürlich auch nicht fehlen. Mit einem Tablet kann jederzeit der aktuelle Warenstand abgefragt werden. Leone ist sehr dankbar für diese Entwicklung und hat in seine Erfindung unzählige Stunden investiert. Ermöglicht wurde das Ganze gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien.

Der digitale Pionier

Viele Unternehmen brauchen Unterstützung, wenn es um Digitalisierung geht. Zusammen mit der Wirtschaftsagentur Wien entwickelte Leone 2017 eine Software für die Planung der Eisproduktion. "Leone ist der Pionier schlechthin", sagt Digitalisierungsstadtrat Peter Hanke (SPÖ).
Damit auch weitere Klein- und Großbetriebe ihre digitalen Ideen umsetzen können, bietet die Wirtschaftsagentur Wien Förderungen an. 4,5 Millionen Euro stehen ab Mai für Digitalisierungsprojekte zur Verfügung. Je nach Bedarf und finanzieller Möglichkeit der Unternehmen gibt es zwei Fördermaßnahmen: Kleinst- und Kleinbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern können eine Förderung von bis zu 10.000 Euro erhalten. Größere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern haben die Chance auf 30.000 Euro. Hanke weist darauf hin, dass es darum gehe, die Leute individualisiert abzuholen und zu betreuen.

Um auch der Digitalisierung gerecht zu werden und Zeit zu sparen, kann der Förderantrag online eingereicht werden. "Unternehmen sparen bei der Antragstellung bis zu 25 Prozent an Zeit", erklärt Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien. Ein Beispiel für die Digitalisierungsidee ist das "Bio-Eis aus der Cloud" von "Leones". "Unsere Kunden profitieren auch davon. Sie können in Echtzeit auf der Website sehen, welche Eissorten im Salon verfügbar sind", schließt Giorgio Leone ab.

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