Piaristengymnasium in der Josefstadt
Eine Schule mit einer wechselvollen Geschichte
- Seit 1697 steht das Gymnasium am Jodok-Fink-Platz.
- Foto: BG8
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Das Piaristengymnasium in der Josefstadt feiert heuer sein 325. Schuljubiläum. Die Schule blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.
WIEN/JOSEFSTADT. Mit Bildungseinrichtungen ist die Josefstadt im Verhältnis zur Bezirksgröße bemerkenswert gut ausgestattet, rund um die Piaristengasse steht Wissen und seine Vermittlung besonders hoch im Kurs: Das 1701 gegründete Piaristengymnasium, in dem einst sowohl Volks- als auch Gymnasialschüler unterrichtet wurden, lebt heute in der privaten Piaristenvolksschule und im staatlichen Bundesgymnasium 8 weiter.
Die Piaristenvolksschule Maria Treu in der Piaristengasse 43 zählt zu den ältesten Volksschulen Wiens. Die Piaristenpriester bilden dort mit den Lehrern und den Hortpädagogen eine Erziehungsgemeinschaft, bei dem laut Leitbild "die ganzheitliche Entwicklung der Kinder" im Fokus steht.
Schule mit wechselvoller Geschichte
Das Bundesgymnasium 8, besser bekannt als Piaristengymnasium, ist nach dem bereits im 15. Jahrhundert gegründeten Akademischen Gymnasium die zweitälteste höhere Schule der Stadt. Der Piaristenorden führte die Schule am Jodok-Fink-Platz 2 bis 1870 unter dem lateinischen Motto "Pietati et litteris", zu Deutsch etwa "Glauben und Wissen". Dann wurde sie aus Kostengründen dem Staat übergeben.
- Nicht nur die Vereinigung ehemaliger Piaristen-GymnasiastInnen hatte allen Grund zu feiern: Auch einige Absolventen feierten heuer ihren 75. Geburtstag.
- Foto: Matthias Pandrea/MeinBezirk
- hochgeladen von Matthias Pandrea
Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich 1938 mussten alle jüdischen Schüler die Schule verlassen, danach firmierte sie bis zur Schließung 1944 als "Oberschule für Jungen". 1945 wiedereröffnet, ist das Piaristengymnasium seit 1948 auch für Schülerinnen zugänglich.
Schulmotto: "Fördern und Fordern"
"'Fördern und fordern' lautet unser modernes Motto", sagt Direktor Philipp Krischke und weist darauf hin, dass der einzelne Schüler und die Entwicklung seiner Persönlichkeit im Mittelpunkt des Unterrichts stehe. "Wissen und seine Anwendung ist die Basis, aber es geht auch um die emotionalen und sozialen Aspekte des Lernens, die bei uns Tag für Tag gefördert werden", so Krischke.
- Das Lehrerkollegium am Piaristengymnasium in der Josefstadt.
- Foto: BG8
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Die Lehranstalt, die heuer ihr 325. Schuljubiläum feiert, ist bis heute im Gebäude des Piaristenordens untergebracht – die Räume sind übrigens nicht im staatlichen Eigentum, sondern nur angemietet. Hinter dem fast unscheinbaren Eingangstor am Jodok-Fink-Platz verbirgt sich eine großzügige und moderne Ausstattung: so etwa ein unterirdischer Turnsaal, Informatiksäle und Lehrsammlungen für wissenschaftliche und kreative Gegenstände. Aber auch die prunkvolle Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert wird genutzt.
Dass sich ehemalige Schüler des Piaristengymnasiums auch noch nach Jahrzehnten gern an ihre Schulzeit erinnern, zeigte sich zuletzt am 75-jährigen Jubiläum der "Vereinigung ehemaliger PiaristengymnasiastInnen": Gemeinsam mit dem Lehrerkollegium feierten Absolventen der vergangenen Jahrzehnte im Calasanzsaal des Gymnasiums. "Eine telefonische Grußbotschaft schickte der 105-jährige Erwin Taschek, der 1940 seine Matura bei uns ablegte", freut sich Vereinspräsident Herbert Dobrovolny.
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