11.09.2017, 09:06 Uhr

Der Improvista Social Club am Josefstädter Straßenfest

Barbara Willensdorfer und Helmut Schuster in Action: Requisiten gibt es im Bezirksmuseum genug. (Foto: Christine Berzaczy)

Am 15. September steigt das Josefstädter Straßenfest – mit dabei ist eine Impro-Truppe mit sozialem Gewissen.

JOSEFSTADT. Für Helmut Schuster liegt der Reiz des Improvisierens darin, dass "Geschichten im Moment gefunden und Ideen sofort umgesetzt werden: Es ist einfach direkt und pur." Deshalb hat er gemeinsam mit Barbara Willensdorfer vor einigen Jahren den Improvista Social Club gegründet. Dabei spielen sie in unterschiedlicher Besetzungsgröße zu verschiedenen Anlässen, wie etwa dem am 15. September stattfindenden Josefstädter Straßenfest. Aber sie bieten auch Workshops für Firmen, Schulen und andere Institutionen an. Denn Impro-Theater ist nicht nur für jene, die zuschauen, gute Unterhaltung, sondern auch ein gutes Training in Sachen Social und Soft Skills sowie Kommunikation für jene, die spielen.

Dabei ist der Name nicht nur als nette Anlehnung an den berühmten Buena Vista Social Club gedacht, er ist auch eine programmatische Ansage. "Für manche ist Improvisation kein Spiel, sondern überlebensnotwendig", ist auf ihrer Website zu lesen. Deshalb gehen auch zehn Prozent ihrer Einnahmen in den "Fonds für Unvorhersehbares". Was das sein soll? "Wir wollen mit diesem Fonds jene Menschen im Bezirk unterstützen, die unsere finanzielle Hilfe dringend brauchen können." So werden die finanziellen Mittel mithilfe einer prominenten Jury – bestehend aus der ehemaligen Sozialarbeiterin Renate Schnee, Rudolf Scholten, er war Vorstandsmitglied in der Oesterreichischen Kontrollbank, und Alexander Bodmann von der Caritas Wien – an jene weitergeleitet, die eben von unvorhergesehenen Problemen eingeholt werden. Wie etwa Flüchtlingskinder, die in der Pfeilgasse und in der Zeltgasse in die Volksschule gehen, oder eine syrische Familie.

Potenzial des Improvisierens nutzen

Aber nicht nur Social Skills im Sinne der Solidarität würden vom Improvista Social Club gefördert, auch das alltägliche Zusammenleben bzw. -arbeiten könne durch Improvisation verbessert werden, erklärt Schuster. "Das Problem ist, dass die Strukturen in den meisten Firmen oder Institutionen nicht darauf ausgelegt sind, das Improvisieren zu ermöglichen."
Dabei wäre es seiner Meinung nach absolut sinnvoll, das dem innewohnende Potenzial auch im Arbeitsalltag zu nutzen, um neue Lösungen zu finden und neue Wege zu gehen. Apropos neue Wege: Neue Wege kann man mit dem Improvista Social Club auch ab Oktober im Josefstädter Bezirksmuseum gehen.

Dort begibt man sich gemeinsam auf improvisierte Schatzsuche, angeleitet von einer "improvi-satirischen" Sonderausgabe der bz. Aber davor kann man sich noch beim Straßenfest ein Bild machen. Dort wird der Improvista Social Club beim Theater in der Josefstadt improvisierte Lieder, Reden und Gedichte zu Themen, die den Achten damals und heute bewegen, zum Besten geben.

Zur Sache:

Das Josefstädter Straßenfest  findet am Freitag, den 15. September, ab 12 Uhr statt. Neben Programm aus den Bereichen Kulinarik, Literatur, Musik u.v.m. wird der Improvista Social Club um 13, 15.30 und 17.30 Uhr beim Theater in der Josefstadt zu finden sein. Ab 21 Uhr geht’s "unplugged" im Florianihof weiter.
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