06.06.2017, 08:55 Uhr

Hommage an die Piaristengasse und den Pianistenplatz

Der Josefstädter Dominik Nostitz ist Interventionskünstler, Musiker, Produzent und Standortentwickler.

Mitte Juni verwandelt der Musiker und Manager Dominik Nostitz den Piaristenplatz in einen Pianistenplatz.

JOSEFSTADT. Die Ideen gehen dem Musiker und Kulturmanager Dominik Nostitz nie aus. So beschäftigt er sich unter anderem seit einiger Zeit mit den Namen von Straßen und Plätzen, die er auch wörtlich genommen hat.

"In Simmering gibt es eine Lesergasse. Da lag es nahe, dort etwas mit Literatur zu veranstalten. Oder die Piaristengasse – mit einem Wortspiel bin ich auf Pianistengasse gekommen", so Nostitz. Und so veranstaltete er in den Lokalen der Josefstädter Gasse Events zum Thema Tasteninstrumente – vom Cembalo bis zum Laptop. Am 16. Juni ist nun der Piaristenplatz an der Reihe, der für ein paar Stunden zum Pianistenplatz wird.

Rede zur Lage des Pianos

"Ich möchte mit meinen Ideen Leute inspirieren und dazu motivieren, sich Themen anzusehen, die sie sonst vielleicht nicht interessieren. Und das mit spielerischen Elementen", so Nostitz. "Das ist mir auch schon bei Musikern gelungen, die in einem Genre daheim sind. Sie haben sich dann auch mit anderen Musikrichtungen beschäftigt. So soll es im Idealfall auch beim Publikum sein." Aktuell können so am "Pianistenplatz" eventuelle Vorbehalte für Klassik fallen.
"Wir hören immer wieder von Reden zur Lage der Nation, ich werde eine Rede zur Lage des Pianos halten. Wie schaut es aus mit dem Piano? Danach wird es noch zwei Uraufführungen geben."

Für die kleine Josefstadt-Hymne "In der Josefstadt" schreibt der Musiker einen neuen Text zu Tom Waits "In the Neighborhood". Danach ist frei nach der Band Wir sind Helden der Song "Die Acht dreht sich um dich" zu hören. Als Höhepunkt spielt der Pianist Philippe Devaux, der auch hier im Grätzel wohnt, Werke von Chopin und Paul Matić liest aus ausgewählten Texten zur Nacht.

Plötzliche Stille

Es soll alles ganz chillig sein. Dafür überlässt der Künstler Josef Trattner Nostitz einige seiner Couchen. "So kann man bequem bei Chopin fast einschlafen. Damit aber nicht alle schlafen, gibt es dazwischen die Lesung. So ist das Setting sehr ausgewogen – zwischen total entspannend und erfrischend", so Nostitz.

Geplant ist, dass die Darbietungen zwischen den Glockenschlägen stattfinden, die viertelstündlich erklingen. Damit die Bewohner rund um den Piaristenplatz nicht in ihrer Nachtruhe gestört werden, gibt es ab 22.30 Uhr plötzlich Stille und Kopfhörer für das Publikum. "Das wird interessant. Während die einen auf den Sofas Texten von Schriftstellerin Maria Hofer lauschen, werden sich die anderen zu Tanzmusik bewegen, und das in absoluter Stille", so der 43-jährige Veranstalter.
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