Engelbert Guggenberger
„Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“

Diözesanadministrator Dompropst Engelbert Guggenberger im Weihnachtsinterview: „Auf unserem Lebensweg mit seinem Auf und Ab sind wir nie allein, sondern immer von Gottes Liebe begleitet.“
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Diözesanadministrator Dompropst Engelbert Guggenberger im WOCHE-Weihnachtsinterview über den Migrationspakt, das Drogen-Problem in Kärnten, die Weihnachtsbotschaft und die Bischof-Nachfolge.

Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang den Ausstieg Österreichs aus dem Migrationspakt der Vereinten Nationen?
Hinsichtlich der Gestaltung der weltlichen Wirklichkeit dürfen Christen unterschiedlicher Meinung sein, sagt das Zweite Vatikanische Konzil. Entscheidend sind die Argumente. Jene Staaten, die den Migrationspakt der Vereinten Nationen nicht unterschreiben, sind der Meinung, dass er als Einladung zur Migration verstanden werden könnte. Österreich befürchtet, dass daraus ein Recht auf Migration werden könnte. In der vorliegenden Frage geht es selbstverständlich um Nächstenliebe, aber auch um das Maß des Zumutbaren und die Grenze des Möglichen. Niemandem ist geholfen, wenn das gesellschaftspolitische Gefüge nachgibt und Staaten zerbrechen, weil sie sich überfordern und den sie tragenden Kräften zu viel zugemutet haben.

In Kärnten gibt es heuer bereits über 20 Drogen-Tote zu beklagen. Welche Rolle kann der Glaube spielen, um die Drogen-Problematik in den Griff zu bekommen?
Hinter der Einnahme von Drogen steht eine Sucht. Schon allein das Wort „Sucht“ deutet an, dass jemand auf der Suche ist. Eine Sehnsucht treibt den Menschen an. Eine Sehnsucht, die mit den Mitteln dieser Welt nicht zu stillen ist. Nur in der Beziehung zu Gott findet der Mensch das, was ihn endgültig zufrieden stellt. Wie sagte schon Aurelius Augustinus? „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“

Die Tendenz ist zwar fallend, dennoch sind zwölf Prozent der Kärntner Bevölkerung von Armut gefährdet. Was können Politik und Gesellschaft dagegen unternehmen?
Die Politik kann spezielle Rahmenbedingungen schaffen, um diesem Problem zu begegnen. Die gesellschaftlichen Kräfte haben ihre je eigenen Möglichkeiten, eine Verbesserung der Situation zu erwirken. Von Seiten der Katholischen Kirche Kärnten leistet die Caritas hervorragende Arbeit. So hat die Kärntner Caritas gerade vor kurzem zwei Second-Hand-Shops in Klagenfurt und in Villach eröffnet. Kleider und Alltagsgegenstände können dort günstig erworben werden.

Inwiefern passt der teils übertriebene Konsum vor Weihnachten in dieses Bild?
Schenken gehört zu Weihnachten dazu. Dieser schöne Brauch ist eine Antwort darauf, dass wir in Jesus Christus von Gott mit dem Kostbarsten beschenkt worden sind, das er uns geben konnte. Gleichzeitig orte ich auch eine große Bereitschaft der Menschen zu Solidarität, wenn ich mir anschaue, wie viel an Weihnachten gespendet wird.

Welche Weihnachtsbotschaft dürfen vor allem die Kärntner heuer nicht aus den Augen verlieren?
Gott liebt uns und wird im Kind von Betlehem einer von uns. Auf unserem Lebensweg mit seinem Auf und Ab sind wir nie allein, sondern immer von Gottes Liebe begleitet.

Wie verbringen Sie selbst die Weihnachtsfeiertage?
Ich stimme mich auf das Fest ein, indem ich am 23. Dezember gemeinsam mit einigen hundert Adventpilgern auf den Monte Lussari hinauf steige, um dort in der Wallfahrtskirche mit ihnen die Heilige Messe zu feiern. Am Heiligen Abend fahre ich in die Pfarre Petschnitzen, um dort gemeinsam mit den Menschen die Christmette zu feiern. Am 25. Dezember feiere ich das Hochamt im Klagenfurter Dom. Anschließend lade ich die Alumnen unseres Priesterseminars zu einem weihnachtlichen Essen ein. Dann widme ich mich meiner Familie und besuche meine beiden Geschwister Ernst und Ingeborg und ihre Familien am Faaker-See und im Lesachtal.

Ein Ausblick auf das neue Jahr: Welche ist die größte Herausforderung, der sich die Kirche in Kärnten 2019 zu stellen hat?
Der Neustart im bischöflichen Mensalgut (Bistum) ist gelungen, ihn gilt es nun zu festigen. In der Pastoral ist der Weg einer menschenfreundlichen Seelsorge fortzusetzen.

Aus gegebenem Anlass: Wie ist es, in kurzen Worten, finanziell um die Diözese Gurk-Klagenfurt und das Bistum Gurk bestellt?
Beide Institutionen sind gesund und gut aufgestellt. Für das bischöfliche Mensalgut (Bistum) war es notwendig, spezielle Maßnahmen zu treffen. Damit haben wir sichergestellt, dass auch dieses zukunftsfit, wirtschaftlich erfolgreich und transparent geführt wird.

Wann rechnen Sie damit, dass in Kärnten ein neuer Bischof bestellt wird?
Darüber will ich nicht spekulieren. Die Entscheidung trifft Papst Franziskus.

Möchten Sie selbst Bischof werden?
Diese Frage stellt sich für mich nicht. Ich habe gegenwärtig eine Aufgabe, und die gilt es gut zu erfüllen.

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