18. Kurzfilmfestival
Kurze Filme, lange Nächte: Das war die Shortynale 2026
- Foto: Katharina Böhm, Markus Löbl, Yuliia Sudarchykova, Rea Djurovic
- hochgeladen von Elisabeth Bendl
Fünf Tage lang verwandelte die 18. Shortynale Klosterneuburg in einen Treffpunkt für Filmschaffende und Filmfans. Von 18. bis 22. August standen internationale und österreichische Kurzfilme, Gespräche, Workshops und Festivalpartys auf dem Programm. Ein niederösterreichischer Beitrag wurde gleich doppelt ausgezeichnet.
KLOSTERNEUBURG. Eigentlich hätte die Shortynale auch heuer wieder unter freiem Himmel stattfinden sollen. Das Wetter machte den Open-Air-Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Kurzerhand übersiedelte das Festival in die Babenbergerhalle, wo zwischen Couchgarnituren, Leinwand und Festivalbar jene Wohnzimmeratmosphäre entstand, für die die Shortynale bekannt ist.
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Kreativität braucht Raum und Mittel
Bei der Preisverleihung erinnerte Regisseur, Schauspieler und Juror Markus Schleinzer daran, wie wichtig Festivals als Plattform für kreative Arbeit sind. Diese dürften nicht nur gelobt und ihre Bedeutung hervorgehoben werden, sondern müssten „zu allen Zeiten mit den nötigen Mitteln ausgestattet werden“, appellierte er an die Verantwortlichen.
Kurzfilme seien weit mehr als Unterhaltung: Sie eröffneten neue Perspektiven, regten zum Nachdenken an und könnten gesellschaftlich etwas bewegen.
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Prominenter Auftakt mit „SHEEP“
Eröffnet wurde die Shortynale mit „SHEEP“, der neuen, von ZDF und ORF produzierten Miniserie des Regieduos Alex Reinberg und Leni Gruber. Noch vor der Fernsehausstrahlung konnte das Publikum die Produktion mit Birgit Minichmayr, Verena Altenberger, Jella Haase, Roland Düringer und Merlin Sandmeyer sehen. Reinberg und Gruber waren bereits in den vergangenen Jahren mit Kurzfilmen bei der Shortynale vertreten.
An den folgenden Tagen präsentierte das Festival die gesamte Bandbreite des Kurzfilms. Internationale Wettbewerbsbeiträge trafen auf österreichische Produktionen sowie Filme aus Niederösterreich und Klosterneuburg. Ergänzt wurde das Programm durch das Internationale Panorama, die traditionelle Horrornacht und das Langfilm-Special mit „Gentle Monster“ von Marie Kreutzer. Bei Gesprächen und Fragerunden konnten sich die Besucher mit den Filmschaffenden austauschen.
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Erstmals Jugendjury und Kinderprogramm
Eine Neuerung war die Jugendjury: Acht junge Filmbegeisterte zwischen 16 und 22 Jahren diskutierten über die Wettbewerbsbeiträge und vergaben erstmals einen eigenen Shortynale-Preis.
Auch für ein jüngeres Publikum gab es erstmals ein eigenes Programm am Samstagvormittag. In Kooperation mit der Filmbildung der Akademie des Österreichischen Films wurden Kurzfilme für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene gezeigt. Im Anschluss konnten die Teilnehmer bei einem Animationsworkshop selbst kreativ werden.
Festivalpartys und weitere Programmpunkte abseits der Leinwand machten die Shortynale erneut zu einer Mischung aus Kino, Begegnung und langen Nächten.
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Niederösterreichischer Film räumte doppelt ab
Bei der Preisverleihung am Samstagabend wurde „Die gemeinen Kleinigkeiten“ von Florian Moses Bayer zum großen Sieger. Der niederösterreichische Kurzfilm erhielt sowohl den Niederösterreichischen Kurzfilmpreis als auch die Auszeichnung als bester österreichischer Film. Damit ging dieser Preis bereits zum dritten Mal in Folge nach Niederösterreich.
„Ein Satz im Vorbeigehen, ein Blick, ein Lachen zu viel. Was einzeln nichts wiegt, wird in Summe untragbar“, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Im Mittelpunkt des Films steht Josef Hermann, der sich in einer Welt aus Waschbeckenaufsätzen und Weight-Watchers-Treffen von seinem eigenen Gewicht erdrückt fühlt. Eine Begegnung mit dem Rapper Monobrother und ein gemeinsames Ziel mit seiner besten Freundin geben ihm schließlich den Mut, für sich selbst einzustehen.
Der Preis für den besten internationalen Film ging an „City of Owls“ von Zhenia Kazankina. „Closed for the Virus Break“ von Franz Quitt wurde als bester Klosterneuburger Film mit dem Lisa-Scheid-Preis ausgezeichnet. Die Jugendjury entschied sich für „Qui part à la chasse“ von Lea Favre. Der Film erhielt zudem den Preis für soziales Engagement.
Festival wird online verlängert
Mit „Shortynale Extended“ geht das Festival 2026 erstmals über die eigentlichen Veranstaltungstage hinaus. Bis 23. September können ausgewählte Festivalfilme, Beiträge aus dem Niederösterreich-Wettbewerb und ein Interview mit Leni Gruber und Alex Reinberg über den KINO VOD CLUB gestreamt werden.
Ein Drittel der Einnahmen jeder Buchung geht an ein von den Zuschauern selbst ausgewähltes Kino. Damit bringt die Shortynale ihre Filme auch über Klosterneuburg hinaus zu ihrem Publikum – und zeigt einmal mehr, dass großes Kino keine Überlänge braucht.
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