06.09.2014, 18:04 Uhr

Vorschau auf die Museumszukunft im Rahmen der Retrospektive über Adolf Frohner (1934-2007)

Karlheinz Essl mit Kuratorin Elisabeth Foggeneder bei der Eröffnung der Ausstellung

Karlheinz Essl verkündigte den Fortbestand der Sammlung – und wie dieser gelingen soll – auch im Rahmen der Frohner-Vernissage.

=> Versteigerung am 13. Oktober

KLOSTERNEUBURG. Das Interesse der Gäste an Adolf Frohner war groß, jenes an der Zukunft der Sammlung aufgrund vorangegangener Spekulationen vermutlich noch größer.

Erst das Geschäft ...

Hausherr Karlheinz Essl nutzte die Gelegenheit auch, alle beschlossenen Maßnahmen noch einmal genau zu schildern: 60 Prozent der Kunstsammlung gehen an den Industriellen Hans Peter Haselsteiner, 40 Prozent bleiben bei den Essls. Gemeinsam werden nun 44 wichtige Arbeiten ausländischer Künstler von den 7.000 Werken ausgesucht und am 13. Oktober bei Christi's in London versteigert, so Essl, der gleich beruhigte: Die österreichische Kunst würde in der Gesamtheit erhalten bleiben. Der Kunstmäzen äußerte sich rückblickend froh, dass der Staat und auch die NÖ Landesregierung sein Angebot über 86 Millionen der Gesamtsammlung nicht angenommen hatten, und zeigte sich nun erfreut über die Lösung mit Haselsteiner, die mehr Einnahmen garantiert.

... dann die Kunst

Adolf Frohner hätte heuer seinem 80. Geburtstag gehabt, deshalb widmet ihm das Museum Essl die erste Retrospektive seit mehr als zehn Jahren. Dabei werden grundlegende Werke aller Schaffensperioden seines fünf Jahrzehnte umspannenden Oeuvre, das Malerei, Grafik und Objekt umfasst, gezeigt.
Frohners künstlerische Anfänge gehen auf die Zeit des Aktionismus mit Otto Mühl und Hermann Nitsch zurück. Schwerpunkt der Darstellungen war durch alle Perioden die weibliche Gestalt und das Motiv der Geschlechterrollen. Dazwischen gestaltete er auch dreidimensionale Formen, indem er stilllebenartige Versatzstücke und Gefundenes in die Bildwerke integrierte. Frauen stellte er in den Rollen als Femme fatale, Variationen der Salome, als Figur der Leidenden und Gequälten und im Zusammenhang mit dem Tod dar. Er bevorzugte die Farben Rot, Schwarz und Weiß, die einen Dreiklang maximaler Expression bilden.
Karlheinz Essl eröffnete die Ausstellung, Dieter Ronte vom Forum Frohner in Krems blickte auf die Vergangenheit Frohners zurück und die Kuratorin Elisabeth Foggeneder erklärte die Zusammenstellung der Bilder und endete mit einem Satz von Frohner: „Kunst muss nicht schön sein, sie muss notwendig sein!“
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