06.06.2017, 22:30 Uhr

Keine Ablenkung am Steuer

Keine Ablenkung beim Autofahren: WK-Obmann Walter Platteter telefoniert lieber bevor er wegfährt – vorbildlich!

Telefonieren, SMSen, Rauchen, Essen und Co.: Ablenkung am Steuer wird noch immer unterschätzt.

KLOSTERNEUBURG. 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp-Nachricht liest.
Ablenkung am Steuer – also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich.
Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSsen am Steuer in den Köpfen vieler ein „Kavaliersdelikt“: Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird.

Hohe Strafen
"Pro Woche erwischen wir etwa zehn Handyfahrer", sagt Klosterneuburgs Postenkommandant Georg Wallner und informiert, dass das recht teuer werden kann: Das Telefonieren während der Fahrt schlägt sich mit 50 Euro zu Buche. Wenn dabei die Lenkvorrichtung losgelassen wird – etwa mit einer Hand am Handy, mit der anderen am Schaltknüppel – kommen weitere 50 Euro Bußgeld dazu. Im Falle eines Unfalls kann das Handy sogar untersucht werden.#+Der Chefinspektor weiß aber auch, dass sich die Autofahrer nicht nur vom Handy ablenken lassen: das Zigarettenrauchen oder Einstellungen am Navi während der Fahrt vornehmen, raubt die Aufmerksamkeit, da dabei lange Zeiten dabei sein können, in denen nicht nach vorne und auf andere Verkehrsteilnehmer geschaut wird. Ebenfalls eine imposante Landschaft, schöne Gebäude oder Menschen, die man kennt oder noch kennenlernen will, rauben die Konzentration.


Verkehrsunfall durch Handybenützung
Wenn ein Verkehrsunfall durch widriges Verwenden des Handys verursacht wurde, kann das Handy auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sichergestellt werden und es wird untersucht, ob das Handy direkt oder mit einer Freisprecheinrichtung verwendet wurde, informiert Polizeikommandant Georg Wallner.
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