Sicherheit ist oberstes Gebot
Wenn ein "Piep" Leben rettet – Abbiege-Systeme für LKWs

Stehen (fast) alle im "Toten Winkel": Werkstättenleiter Christian Poik, Meister Lukas Rath sowie Gesellen und Lehrlinge.
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  • Stehen (fast) alle im "Toten Winkel": Werkstättenleiter Christian Poik, Meister Lukas Rath sowie Gesellen und Lehrlinge.
  • hochgeladen von Sandra Schütz

Aus aktuellem Anlass fragen wir uns: Könnten Abbiege-Assistenzsysteme für LKWs Leben retten?

BEZIRK KORNEUBURG. Ein Neunjähriger ist auf dem Weg zur Schule. Ein LKW-Fahrer liefert seine Ladung aus. Er biegt in eine Straße ein, die der Bub im selben Moment auf dem Zebrastreifen quert. Doch der Tote Winkel macht ihn für den LKW-Fahrer unsichtbar. Und kostet ihn sein Leben. Diese Szene hat sich vor Kurzem in Wien abgespielt. Seitdem fordern unter anderem Eltern, Politiker und die Volksanwaltschaft den verpflichtenden Einbau von Abbiege-Assistenten. Etwa 1.200 Euro, die Leben retten können.

LKW-Fahrer sind dafür

Genauer über diese Assistenzsysteme will man sich nun auch beim Stadtservice Korneuburg informieren, denn auch hier hat es schon einmal einen gefährlichen Unfall gegeben. Eine Frau tauchte plötzlich vor dem Müllauto auf, auch sie war für den Fahrer nicht zu sehen. Schwere Verletzungen waren damals die Folge. "Ich habe nun mit meinen Fahrern gesprochen und die einstimmige Meinung war, ein Abbiege-Assistenzsystem wäre absolut hilfreich und sinnvoll", erzählt Ronald Maurer, Stadtservice-Geschäftsführer. "Wir werden uns jetzt genauer informieren."

Fahrer nicht überfordern

Dass ein Abbiege-Assistenzsystem in LKWs sinnvoll wäre, kann auch Christian Poik, Werkstättenleiter im Lagerhaus Korneuburg bestätigen. "Wichtig ist jedoch, dass vom Gesetzgeber klar definiert ist, welche Art von System das sein soll – ob mit Kamera, Geräusch oder gar bis zum vollständigen, automatischen Abbremsen des LKWs." Wichtig sei hier jedoch, ein System zu finden, dass den Fahrer selbst nicht überfordert, der jetzt ohnehin schon auf zahlreiche Spiegel und Assistenzsysteme achten muss. "Bei uns ist die Nachfrage nach solchen Nachrüstungen noch nicht sehr groß, in der MAN-Zentrale wird sie jedoch immer größer. Vor allem Kommunen, etwa die Stadt Wien, rüsten hier nach", weiß Poik.

Im Bezirk kaum Unfälle

Dass es im Bezirk Korneuburg – zum Glück – kaum zu Unfällen zwischen LKWs und Fußgängern kommt, kann Alois Schnaitt, Verkehrsreferent im Bezirkspolizeikommando, berichten. "In den meisten Städten und Orten gibt es bei uns schon ein LKW-Durchfahrtsverbot. Zudem liegen Industriegebiete und Speditionen meist am Stadtrand. So ist die Gefahr schon im Vorhinein gebannt."

Mehr Aufmerksamkeit

Dass es in der Bevölkerung am nötigen Bewusstsein für die Gefahr "LKW" mangelt, davon sind alle überzeugt: "Es gibt die toten Winkel und die sind bei LKWs größer, als man denkt. Wenn plötzlich ein Radfahrer neben dem LKW vorbeifährt oder ein Fußgänger auf die Straße springt, hat der Fahrer keine Chance, zu reagieren."

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