18.07.2017, 00:00 Uhr

Vor 100 Jahren – 20. Juli 1917

Vor 100 Jahren schrieb die Wochen-Zeitung für das Viertel unter dem Manhartsberge:

"Preistreiberei ins endlose. Höchstpreise – Richtpreise – Preisprüfungsstellen – Wirtschaftsräte – Ernährungsinpektoren – Verordnungen, die auf übermäßige Preise schärfste Strafen setzen; lauter Einrichtungen, die die Preistreiberei steuern sollen. Kein Mensch kehrt sich danach. Außer den staatlich rationierten Artikeln ist nichts zu den festgesetzten Höchstpreisen erhältlich und die Preistreiberei geht unter den Augen der Behörden ins endlose weiter. Man spricht stets von den unredlichen Zwischenhändlern, als den Preistreibern. In Wahrheit beginnt aber die Preistreiberei bereits bei den Produzenten. Es ist unerhört, welche Preise heute von den Bauern für ihre Produkte, bezäglich welcher der Handel noch frei ist, gefordert werden. 3 Kronen für ein Kilo grüne Fisolen, 1 Krone bis 1,40 für 1 Kilogamm Frühkartoffeln. Diese Preisforderungen sind allbekannt und trotzdem fühlen sich die Behörden nicht veranlaßt, diesem, gegenüber der notleidenden Bevölkerung gewissenlosen und verbrecherischen Treiben Einhalt zu tun."
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