Kundmanngasse
Der lange Weg zur Müllsammelstelle

"Hier war mal eine Sammelstelle": Anrainer Sylvester Heller in der Erdbergstraße, Ecke Kundmanngasse.
  • "Hier war mal eine Sammelstelle": Anrainer Sylvester Heller in der Erdbergstraße, Ecke Kundmanngasse.
  • hochgeladen von Yvonne Brandstetter

Im Umfeld der Kundmanngasse sind innerhalb von zwei Jahren vier Müllsammelstellen entfernt worden.

LANDSTRASSE. Wenn Sylvester Heller seinen Müll entsorgen muss, steht ihm ein Spaziergang von fünf bis zehn Minuten bevor. Klingt an sich nicht tragisch. Doch der Landstraßer leidet an einer Gehbehinderung – und kommt nur langsam voran.

Früher war das Mülltrennen für ihn kein Problem. Das hat sich jetzt geändert. "Fakt ist, dass innerhalb von nicht einmal zwei Jahren die vier nächstgelegenen Sammelstellen entfernt wurden", so der Künstler. Dabei handelt es sich um jene an der Ecke Kundmanngasse/Erdbergstraße, in der Erdbergstraße 12–14, der Geusaugasse sowie der Erdbergstraße 3. Aufgrund der Entfernung müssen Anrainer nun weitere Wegstrecken in Kauf nehmen, um Glas und Co. zu entsorgen.

Infotafel mit Ersatzstandorten

Bezirksvize Werner Grebner (FPÖ) hat nach Rücksprache mit dem Magistrat Erklärungen für das Fehlen der Sammelstellen. "Die Sammelinsel Erdbergstraße/Kundmanngasse musste aufgrund der Baustelle entfernt werden." Die Stelle an der Geusaugasse/Parkgasse wurde laut Grebner aufgrund des Protests einer Bürgerinitiative weggebracht. "In der Erdbergstraße 12–14 stehen jetzt die Sammelbehälter für Metall und Kunststoff aus der Geusaugasse. Aktuell wurde dort in der Nähe noch kein geeigneter Platz für die Altglascontainer gefunden", so Grebner. Die Mülleimer in der Erdbergstraße 4 hätten den "Ballsaal" und die danebenliegende "Kleine Galerie" gestört. Außerdem weist Grebner darauf hin, dass auf einer Infotafel Ersatzstandorte verzeichnet sind.

Erdbergstraße als Problem

Heller kann die Argumentation nicht verstehen. "Mir geht es vor allem um die Sammelstelle am Anfang der Erdbergstraße, an der Rückwand der ehemaligen Zielpunktfiliale, in der sich jetzt das Lokal 'Ballsaal' befindet", sagt er. "Der Eingang des 'Ballsaals' befindet sich auf der anderen Seite. Auch der Notausgang ist um die Ecke. Dort ist lediglich ein Wartungszugang für Techniker, der von der Sammelstelle in keinster Weise beeinträchtigt wird." Er ist nicht der einzige, den der weite Weg zum Mülltrennen stört. "Auch viele ältere Nachbarn erzählen mir, dass sie lange bis zur nächsten Sammelinsel in der Landstraßer Hauptstraße 45 oder die Sechskrügelgasse benötigen. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist das praktisch unerreichbar." Viele würden sich dazu entschließen, dann nicht mehr Müll zu trennen. Der Standort in der Geusaugasse sei für die dortigen Anrainer unzumutbar, da in der engen Gasse der Schall nicht entweichen kann und der Altglascontainer deshalb für Lärmbelästigung sorgen würde, so Heller.

"Das ist widersinnig"

Ballsaal-Inhaber Thomas Kraml kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen: "Wir würden uns selbst über eine Sammelstelle in der Kundmanngasse sehr freuen, haben absolut nichts dagegen." Auch die "Kleine Galerie" kann die Anschuldigung nicht verstehen. "Das ist widersinnig, da sich die betroffene Stelle hinter unserer Galerie befindet. Unser Eingang ist doch bei der Ecke Kundmanngasse/Erdbergstraße."

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