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In den Gärten, Bergen, Katakomben und Straßen Roms

Der junge spanische Dirigent Antonio Mendez debütiert in Grafenegg | Foto: Besar_Likaj
  • Der junge spanische Dirigent Antonio Mendez debütiert in Grafenegg
  • Foto: Besar_Likaj
  • hochgeladen von Reinhard Huebl

Das passiert mir sicher nie mehr, dass ich mir wie bei der Premiere von AIDA im Steinbruch von St. Margarethen den Allerwertesten abfriere. Mein Co war dermaßen unterkühlt, als wäre er auf einem Haufen Eis in Spitzbergen gesessen. Bei der Heimfahrt war alles auf Höchsttemperatur eingestellt, sogar die beheizten Sitze. Trotz dieses Auftauprogramms war nach der Ankunft zu Hause um 01:30 noch ein heißes Bad angesagt.

Mit solchen Ahnungen von arktischen Temperaturen fuhr ich vorgestern nach Grafenegg. Die Winterfetzen aus der Scheune und alle verfügbaren dicken Decken ins Auto verfrachtet, lasse ich mich auch nicht durch die 26 Grad in Wien täuschen. Je näher wir in Richtung Kamptal vorstoßen, desto mehr fällt das Thermometer. „Schau“, sage ich heischend zu meiner Konzertbegleiterin, „jetzt haben wir nur mehr 22 Grad“. Damit sie mir bestätigt, wie richtig es war, die Winterpatschen mitzunehmen. In Grafenegg angekommen sehen wir Männer im Sommeranzug und Frauen in leichten, duftigen Kleidchen. „Denen wird sicher die Hinterbacke zufrieren“, sage ich grimmig. Derweilen besorge ich die Karten. Dort erfahre ich, dass das Konzert – obwohl kein dunkles Wölkchen den Wolkenturm streift - innen, also im Auditorium, stattfindet. So gedemütigt, räume ich den Wärme spendenden Tand wieder ins Auto. Ziemlich frustriert frage ich, warum nicht im Wolkenturm musiziert wird. Meine Begleiterin hat eine Vermutung: Der ORF zeichnet auf, und die wollen kein Vogelgezwitscher. Auch egal, konzentrieren wird uns auf das Konzert.

Ich fange von hinten an: Beim Betreten des Saales umfangen mich 30 Grad Wärme und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Am Pult steht der Pin-up-Boy Antonio Méndez. Der erst 30 Jahre junge Spanier gibt sein Debüt im Grafenegg und bringt mit den Niederösterreichischen Tonkünstlern „Pini di Roma“, eine sinfonische Dichtung in vier Sätzen. Das Werk von Ottorino Respighi ist von einer derartigen Brillanz, dass ich mir sofort, nachdem ich wieder daheim bin, die CD bestelle. Aber der Reihe nach: Kaum ein kompositorisches Schaffen hat mich so in Entzücken versetzt. Die Musik ist dem Ort des Geschehens nachgezeichnet, damit der Zuhörer genau weiß, wo er sich gerade befindet. Die Pinien der Villa Borghese (Sommersitz des gleichnamigen Adelsgeschlechts) wird von Vogelgezwitscher untermalt. Ich stelle mir vor, wie ein leichter Wind durch die Bäume streift. Die Pinien bei einer Katakombe sind traurig gestimmt, weil sie bei den Toten verweilen und wenig vom Leben sehen, was sich in dumpfer, schwerer Musiksprache widerspiegelt. Die Pinien auf dem Ianiculum - der Hügel von Rom gibt einen Rundblick über die Stadt, die Pinien sind das prägende Erscheinungsbild. Die Pinien der Via Appia - einst Triumphstraße, gezeichnet vom Blut der Besiegten, heute die Ausfallstraße Roms. Der im Jahr 1936 verstorbene Respighi hat wohl geahnt, welche Aufgabe der Via Appia in Zukunft zukommen wird. In das musikalische Triumphgeheule der Antike mischt sich der Motorenlärm von heute. In einem furiosen Finale werden alle Gefühle angesprochen – von fluchenden Autofahrern, von Gekreuzigten, vom Volk und von Herrschern - denke ich mir mal. Ein Musikstück mit seltener Ausdruckskraft, in dem der Dirigent eine bemerkenswerte Leistung vollbringt. Das Publikum dankt es ihm mit orkanartigem Applaus. Ein Künstler mit Charisma und glänzender Zukunft. Er ist zwar noch kein Pultgigant, aber auf dem besten Weg dazu. Den würde ich mir als neuen Chefdirigenten wünschen. Die Pressesprecherin des Orchesters möge mir meine Wunschvorstellungen verzeihen - ich kann nicht anders.

Ach ja, dann gab es noch zwei Werke von Richard Strauss und das Konzert für Oboe und Orchester nach Motiven aus der Oper „La Favorite“ von Antonio Pasculli, in dem der Franzose François Leleux seine Virtualität bewies. Auch hier wollte das Publikum den Künstler nicht von der Bühne lassen.

Während ich hier sitze und schreibe, höre ich Felix Mendelssohn Bartholdys Symphonien 1 und 3 - eine Aufnahme der Niederösterreichischen Tonkünstler unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada.

Wer sich durch meine Anregungen angesprochen fühlt, der kann das Konzert am 12.8.2014 um 10:05 in Ö1 hören

Next: The John Wilson Orchestra: “A night at the movies” am 19.7.2014

Infos und Tickets: www.grafenegg.com

Reinhard Hübl

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