21.11.2016, 11:06 Uhr

Start-up "Markthelden": Lebensmitteln eine zweite Chance geben

Das Markthelden-Team: (v.l.) Herbert Kögler, Robert Riedmüller, Michael Kerschenbauer und Werner Wildberger (Foto: Markthelden)

Die Jungunternehmer "Markhelden" handeln mit ablaufgefährdeten Lebensmitteln. Profitieren sollen davon alle.

LANDSTRASSE. Wir leben auf Pump – auf Öko-Pump. Bereits am 8. August dieses Jahres haben wir global so viele Ressourcen verbraucht, wie uns die Erde in 365 Tagen zur Verfügung stellen kann. "Ja, unsere Gesellschaft ist eine Wegwerfgesellschaft", so Robert Riedmüller, Mitbegründer der "Markthelden". Das Landstraßer Start-up verkauft als erster österreichischer Onlinehandel überhaupt Lebensmittel günstiger als zu Supermarktpreisen, garantiert beste Qualität und tut dabei auch noch etwas für die Umwelt.

"Die Markthelden handeln mit Lebensmittelrestposten", erklärt Riedmüller. Sie nehmen jene Ware ab, die vom Hersteller als "ablaufgefährdet" eingestuft wird oder nicht mehr abgesetzt werden kann. Dabei kreieren die Markthelden eine "win-win-win-Situation", so Herbert Kögler, ebenfalls Mitbegründer des Start-ups. Zum einen gebe man "Lebensmittel eine zweite Chance", weiter nehme man Händlern Ware ab, die sie eigentlich wegwerfen müssten und zu guter Letzt kann man dem Konsumenten Qualitätswaren zu vergünstigten Preisen anbieten. "Das ist im Sinne aller", so Riedmüller.

Echter Supermarkt möglich

Die ablaufgefährdeten Produkte wandern vom Händler zu den Markthelden, wo man sie dann zu vergünstigten Preisen im Onlineshop erwerben kann. Auch einen Markthelden-Supermarkt könne man sich vorstellen, allerdings ist das Projekt noch jung. Man blickt vorsichtig in die Zukunft.

Sowohl Kögler als auch Riedmüller wissen, was es heißt, Lebensmittel im großen Stil entsorgen zu müssen. Beide waren bei einem großen Lebensmittelvertrieb angestellt. Man erinnere sich noch gut daran, wie man in den Meetings die Liste mit den abgelaufenen Lebensmitteln durchgegangen sei, so Kögler. Irgendwann habe man sich dann gedacht, "das kann es doch eigentlich nicht sein", erinnert sich Riedmüller. Dabei will man keineswegs den Herstellern alleine die Schuld in die Schuhe schieben. "Da sind alle irgendwie beteiligt", sagen die beiden. "Der Konsument erwartet halt auch um 18 Uhr noch ein volles Brotregal." Viele Lebensmittel landen dann auf dem Müll – eigentlich wenig verwunderlich.

Auf ihrer Homepage wollen die Jungunternehmer in Form eines Blogs auf die Problematik hinweisen. Hier soll dem Konsumenten nähergebracht werden, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum "kein Datum ist, das sagt, ich kann’s nicht mehr essen", oder wie und warum wir derzeit auf "Öko-Pump" leben. Nicht zuletzt deshalb fand das Modell der Markthelden bereits großen Zuspruch. Im Oktober wurden sie Sieger beim "WeStartUp-Bewerb" in der Kategorie Handel.
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