Teilraum 31
Polit-Hickhack um Wohnbauprojekt in Ansfelden

[f]Derweil noch ein Feld[/f], bald eine Wohnsiedlung.
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  • Foto: Partoll
  • hochgeladen von Oliver Wurz

Wohnbauprojekt "Teilraum 31" sorgt für politischen Wirbel in Anton Bruckners Geburtsstadt.

ANSFELDEN (red). „Es ist vollbracht, der Teilraum 31 (TR31) kann realisiert werden. Es freut mich, dass es in Zukunft Gründe in einer Top-Lage gibt. Wir werden noch intensiv an einem guten Verkehrskonzept für das Ansfeldner Ortszentrum arbeiten", jubelte sich Ansfeldens Bürgermeister Manfred Baumberger am 26. September des Vorjahres. Damals wurden, nach 22-jähriger Planungszeit, die Weichen für das Wohnbauprojekt auf den so genannten "Huber Gründen" gestellt. Auf dem 120.000 Quadratmeter großen Areal sind Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser geplant. Während der Stadtchef frohlockt, hält Vizebürgermeister Christian Partoll von der FPÖ mit Kritik nicht hinterm Berg. Das Vorhaben des Gemeinderates, günstige, hochwassersichere Grundstücke für Jungfamilien unter 100 Euro pro Quadratmeter mit entsprechender Infrastruktur zu entwickeln, sei laut dem FP-Politiker gescheitert.

Infrastruktur und Preis

"Vielmehr wird sich der Grundstückspreis aufgrund der benötigten Einrichtungen und Verkehrsanbindung zwischen 350 und 390 Euro bewegen. Für eine klassische Jungfamilie kaum leistbar", argumentiert Partoll. Schon jetzt seien sowohl Straßennetz, als auch öffentliche Institutionen wie Krabbelstube, Kindergarten Schülerhorte und vor allem die Volksschule ausgelastet. Schuld daran sei die zwischenzeitliche Entwicklung der Stadt, so Partoll. „Ich sehe nicht ein, dass aufgrund des Wachstumsfetischismus des Bürgermeisters Kinder in Container siedeln müssen". Auch die Verkehrsanbindung durch das verwinkelte Ortszentrum ist Partoll ein Dorn im Auge: "Der Bürgermeister verspricht seit Jahren ein Verkehrskonzept, passiert ist nichts".   

Stopp gefordert

Entsetzt zeigt sich der FP-Politiker über Meldungen, wonach weitere Umwidmungen am dortigen Projektort vor dem Abschluss stehen würden. "Es dürfen in diesem Bereich keine weiteren 50.000 bis 100.000 Quadratmeter Grünland geopfert werden. Dann kollabiert die Infrastruktur endgültig. Ich fordere unseren Bürgermeister auf, jegliche weitere Entwicklung oder Umwidmung im TR 31 ohne entsprechende Infrastruktur und Verkehrsanbindung ausserhalb des Ortsgebietes einzustellen", so Partoll.

Bürgermeister kontert

Für Bürgermeister Manfred Baumberger ist die Kritik nicht nachvollziehbar: "Das TR 13-Projekt ist ein absolutes Vorzeigeprojekt", so der Stadtchef. Den Grundstückspreis pro Quadratmeter könne man noch nicht exakt beziffern, aber: "Er wird weder 100 Euro aber auch nicht zwischen 350 und 390 Euro kosten", stellt Baumberger klar. In puncto geplanter Infrastruktur läßt der Bürgermeister wissen: "2024 wird das erste Bauprojekt abgeschlossen sein. Dann wird auch evaluiert, was an Bedarf da ist. Wir bauen keine Einrichtungen auf Verdacht", so Baumberger, der auch, was einen vorherrschenden Engpass bei Betreuungseinrichtungen der Stadt betrifft, widerspricht. "Vielmehr hat Ansfelden auf Stadtgebiet noch Kapazitäten frei", betont der Stadtchef. Was den Verkehr anbelangt versichert Baumberger eine Lösung, die das Ortszentrum entlastet.

Reaktion auf Nachfrage

"Ohne Bautätigkeit, gibt es keine Entwicklung. Wir haben mit dem Projekt auch auf die Nachfrage Ansfeldner Bürger reagiert, die sich in der Stadt Eigentum schaffen wollen", so Baumberger. Auf die Frage, ob bereits weiterer Gründe vor der Umwidmung stehen, sagt der Bürgermeister: "Gespräche mit Eigentümern gibt es seit 20 Jahren. Wir bebauen nun bis 2024 diese zwölf Hektar und erst dann wird man weitersehen", versichert Baumberger.

Autor:

Oliver Wurz aus Linz-Land

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