28.01.2018, 22:44 Uhr

Hormone: „Geheimsprache“ in der Schilddrüse beleuchtet

Michael Gabriel mit Moderatorin Christine Radmayr.
LINZ (nikl). Eines der wesentlichen „Steuerungselemente“ – Hormone mit Fokus auf der Schilddrüse – stand bei der dritten Mini Med-Veranstaltung des Jahres im Neuen Rathaus in Linz im Mittelpunkt. Auch bei diesem Vortrag war der Besucheransturm ungebrochen. Mit seinem Ausführungen über die Hormone im Bereich der Schilddrüse hatte Michael Gabriel – Vorstand des Instituts für Nuklearmedizin und Endokrinologie des Kepler Universitätsklinikums – spannende Informationen für das Publikum zu bieten.

Körperprozesse beeinflussen

„Die Schilddrüse beziehungsweise das Schilddrüsenhormon beeinflusst zahlreiche Körperprozesse; ein Zuviel an Schilddrüsenhormon kann ebenso schädlich sein wie ein Zuwenig davon. Oftmals werden Schilddrüsenfunktionsstörungen nicht wahrgenommen und unzureichend behandelt“, fasst der Experte die Kernaussage des Abends zusammen. Die Schilddrüse nimmt im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Funktionen wahr. Sie ist unter anderem zuständig für die Produktion der beiden Hormone Trijodthyronin (T3) und (T4). Diese beeinflussen zum Beispiel den Sauerstoffverbrauch der Zellen, die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen, also den gesamten Energiestoffwechsel, die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Traktes. Krankhafte Veränderungen – zum Beispiel Knotenbildungen – müssen nicht zwangsläufig mit funktionellen Störungen der Schilddrüse einhergehen. Gabriel: „Umgekehrt kann eine Funktionsstörung der Schilddrüse vorliegen, ohne dass die Form oder Lage verändert sein muss. Aus diesem Grund ist eine umfassende Schilddrüsenabklärung mittels klinischem Befund, Labor, Ultraschalluntersuchung und Szintigrafie – nuklearmedizinische Untersuchung – erforderlich.“ Die Funktion der Schilddrüse durchläuft im Laufe des Lebens Veränderungen; eine individuelle Anpassung der Therapie – auch abhängig vom Alter und Geschlecht – ist in vielen Fällen erforderlich. Mit einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion ist nicht zu spaßen. „In diesem Fall kommt es bei Frauen oft zu Zyklusstörungen. Sogar Unfruchtbarkeit ist eine mögliche Folge, da die Hormonbildung in den Eierstöcken erschwert ist", sagt Gabriel.

Unfruchtbarkeit & Impotenz

„Bei Schwangeren ist das Risiko für Fehl- und Frühgeburten viel höher. Bei Männern kann es zu vermindertem sexuellen Interesse und Impotenz kommen.“ Da der Stoffwechsel bei der Unterfunktion verlangsamt abläuft, steigt laut dem Experten die Neigung zu Übergewicht und erhöhtem Cholesterinspiegel. „Eine Behandlung mit Tabletten mit synthetischem Tyroxin – dem wichtigsten Schilddrüsenhormon – kann die Blutfettwerte aber wieder normalisieren." Für den Experten ist klar: „Eine ausgewogene Ernährung ist die ideale Ergänzung, damit unsere größte Hormondrüse gesund bleibt."
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