12.10.2016, 08:35 Uhr

Bewohner reden in Gemeinde mit

Bei "Vision Pasching" standen alleine die Wünsche und Ideen der Paschinger Jungbürger im Vordergrund. Die Ergebnisse gibt es am 16. November im Rathaus. (Foto: Gemeinde Pasching)

Viele Gemeinden lassen Einwohner bei zentralen Zukunftsentscheidungen mitbestimmen.

BEZIRK (wom). Egal, ob es um ein neues Konzept für die Belebung der Innenstadt oder die Beruhigung neuralgischer Verkehrsknotenpunkte geht: Die Bürger werden immer öfter in die zukünftigen Planungen miteingebunden. Meist in Zusammenarbeit mit Experten fließen die Meinungen und Anliegen der Einwohner in die Entscheidungen mit ein. So geschehen auch in Neuhofen an der Krems. Hier beschloss der Gemeinderat, die Bevölkerung bei den Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung des Ortskerns miteinzubeziehen. Ebenfalls auf die Beteiligung der Einwohner setzt man in der Gemeinde Pasching. Für die Neugestaltung des Kirchenplatzes im Ortsteil Langholzfeld hatten neben der Pfarre Langholzfeld als Grundeigentümer die Paschinger Vereine sowie die Bürger Gelegenheit, ihre Wünsche und Anliegen vorzubringen. Auch in Sachen Jugendangebot lud der Gemeinderat zur Mitarbeit ein. Im Rahmen von „Vision Pasching“ fand dazu der erste Paschinger Jugendrat statt. Per Zufallsgenerator ausgesuchte Jugendliche präsentierten dabei ihre Ideen für ein zukünftiges Pasching. Diese wurden unter Anleitung der SPES-Zukunftsakademie aus Schlierbach diskutiert und aufbereitet und sollen am 16. November in einer Präsentationsveranstaltung im Rathaus Pasching vorgestellt werden. "Alle Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren sind dazu eingeladen", betont Bürgermeister Peter Mair, der sich erfreut über das Engagement seiner jungen Mitbürger zeigt.

Ansfelden fragt nach

Nicht so sehr an der Meinung der Jugend als an der älteren Generation ist man derzeit in Ansfelden interessiert. Im Konkreten geht es um das Angebot der Tagesheimstätten und wie dieses für die Zukunft noch attraktiver gemacht werden kann. Gemeinsam mit dem Institut für Soziologie an der Johannes Kepler Universität startete die Stadtverwaltung im Auftrag des Gemeinderates im März 2016 dazu ein Forschungsprojekt. So wurde zu diesem Thema an alle Ansfeldner Bürger über 45 Jahren ein Fragebogen ausgesandt.
"Auch wenn der Großteil noch keine Besucher unserer Tagesheimstätten sind, so ist uns doch ihre Meinung sehr wichtig und wir wollen diese auch in die Studie mit einfließen lassen", betont Stadtchef Manfred Baumberger. "Die empirischen Daten sind eine qualitätsvolle Grundlage für eine Weiterentwicklung des Angebotes“, so Projektkoordinator Gregor Kraftschik von der Stadtverwaltung. Gemeinsam mit Ursula Rami von der Johannes Kepler Universität Linz entwickelte er das Forschungskonzept und begleitet als Ansprechpartner der Stadt das Projekt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden im Februar 2017 präsentiert.

Kommentar: Wenn die Bürger mitbestimmen

Wohin soll sich die Gemeinde in Zukunft entwickeln? Diese Frage stellt sich aktuell vielerorts im Bezirk Linz-Land. Zahlreiche Gemeinden setzen hierbei vor allem auf die Meinung der Bürger. Keine schlechte Idee, bedenkt man, dass vor allem die Einwohner wissen, wo es Verbesserungspotenzial gibt und was im Heimatort fehlt. Damit ein solcher Bürgerbeteiligungsprozess auch funktioniert und Früchte trägt, sind aber einige Dinge essentiell. Zum einen müssen sich genug Leute finden, die auch an einem solchen Prozess interessiert sind und sich aktiv einbringen. Zum anderen müssen die verantwortlichen Entscheidungsträger auch auf diese Wünsche und Anliegen eingehen. Ist dies nicht der Fall oder haben die Leute das Gefühl, nicht wirklich gehört zu werden, kann so eine Bürgerbeteiligung auch zum Fiasko werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.