"Deutschland den Deutschen"
Ausländerfeindliche Parolen bei JKU-Mensafest
- Eine Gruppe von Gästen soll zu dem Song "L’Amour Toujours" den deutschen ausländerfeindlichen Text gegrölt haben.
- Foto: JKU Linz
- hochgeladen von Silvia Gschwandtner
Wie heute medial bekannt wurde, dürfte bei einem Mensafest an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) letzten Donnerstag eine Gruppe der Gäste zu "L’Amour Toujours" ausländerfeindliche Parolen gegrölt haben. Die Vertretung der Österreichischen Hochschülerschaft der JKU (ÖH) sowie das Rektorat haben dazu bereits Stellungnahmen abgegeben und Aufklärung angekündigt.
LINZ. Zu dem mittlerweile einschlägig bekannten Song von Gigi D’Agostino "L’Amour Toujours" sollen mehrere Gäste eines Mensafests an der JKU letzten Donnerstag den ausländerfeindlichen deutschen Text "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gegrölt haben. Bereits einen Tag später äußerte sich die Vertretung der Österreichischen Hochschülerschaft an der JKU auf ihrem Instagram-Kanal dazu.
ÖH: "Kein Platz für rechte Hetze auf unserem Mensafest"
"Als ÖH JKU sind wir über den Vorfall entsetzt und bedauern ihn zutiefst. Wir vertreten alle Studierenden, auch insbesondere die über 21 Prozent an ausländischen Studierenden. Wir verurteilen jegliche Ausländerfeindlichkeit sowie anderes rechtes Gedankengut auf’s Schärfste – bei uns ist kein Platz für Diskriminierung", heißt es in dem Posting. Weiters kündigte man "interne Aufarbeitung" an und wolle Schritte setzen, damit "so etwas nicht mehr vorkommen kann".
Universität distanziert sich klar von Vorfall
Auch JKU-Rektor Stefan Koch äußerte sich heute im Namen des Rektorats in einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Vorfall. "Wir haben heute voller Bestürzung Kenntnis von den Vorkommnissen am ÖH-Mensafest erlangt und distanzieren uns ganz klar von solchen Vorgängen und Geisteshaltungen. Die JKU bekennt sich uneingeschränkt zu Demokratie, Toleranz und Menschenrechten. Unsere Universität ist ein Platz der Vielfalt, an dem keinerlei rechtsradikale oder menschenfeindliche Äußerungen geduldet werden. Wir wollen mit aller Kraft sicherstellen, dass sich Menschen jeden Geschlechts, jeder Nation und jeder Religion auch in Zukunft am Campus der JKU Linz willkommen fühlen", heißt es darin. Man wolle die ÖH bei der lückenlosen Aufklärung des Falls unterstützen und gegebenenfalls Konsequenzen setzen.
Grüne: "Vorfall darf nicht ohne Konsequenzen bleiben"
Auch die Linzer Grünen verurteilen den Vorfall in einer Aussendung scharf. "Derart ausländerfeindliche Parolen sind widerwärtig, klar zu verurteilen und haben in einer offenen Gesellschaft keinen Platz", betonen Grünen-Klubobmann Helge Langer und Grünen-Gemeinderätin Abena Carty-Pinner. Der Vorfall dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben. "Wir erwarten uns daher, dass nun rasch entsprechende Ermittlungen aufgenommen werden", so Langer und Carty-Pinner.
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