Der Europäische Luchs und wo er zu finden ist

© Josef Limberger

Große Waldareale mit dichtem Unterholz sind der bevorzugte Lebensraum des Luchses, da er dort störungsarme Rückzugsgebiete vorfindet. Als Jagdgebiet sind für ihn besonders Wald-Feld-Grenzen interessant, denn hier tummelt sich viel Rehwild. Auf Grund seiner heimlichen Lebensweise, wird man den Luchs trotz seiner guten Anpassung an unsere Kulturlandschaft aber so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Als vorwiegend dämmerungs- und nachtaktives Tier braucht der Luchs geschützte Tageslager mit guten Versteckmöglichkeiten, dazu nutzt er felsreiche Waldgebiete oder auch Fichtendickungen. Strukturreiche Wälder mit Altholzinseln, Lichtungen, felsigen Hängen und morastige Zonen bieten dem Lauerjäger ideale Jagdbedingungen. Telemetrische Untersuchungen zeigten, dass er auf seinen nächtlichen Pirschgängen aber ebenso unsere Kulturlandschaft durchstreift und gerne zwischen Wald und Flur hin und her wechselt, was vor allem an der hier hohen Rehwilddichte liegt. Der Luchs nimmt dafür durchaus auch die Nähe des Menschen in Kauf, ist für ihn jedoch ungefährlich und so gut wie unsichtbar.

Große Reviere sind wichtig für den Jagderfolg
Männchen benötigen ein Revier mit einer Größe von 150 bis 400 km², während sich Weibchen mit etwas kleineren Revieren von 80 bis 200 km² zufriedengeben. Das Revier eines Kuders kann mit den Revieren von bis zu zwei Katzen überlappen. Die Grenzen werden mit Harn an auffälligen Punkten wie Felsblöcken, Wurzeltellern oder Holzstößen an Wegen markiert.
Als Pirsch- und Lauerjäger ist der Luchs auf den Überraschungseffekt und die Unachtsamkeit der Beutetiere angewiesen. So nähert er sich lautlos seiner Beute bis auf etwa 20 Meter und springt sie dann nach einem kurzen Sprint an.
Die Beutetiere stellen sich jedoch nach kurzer Zeit auf die Anwesenheit des Luchses ein und werden aufmerksamer. Um seinen Jagderfolg sicherzustellen, muss er daher oft innerhalb des Reviers sein Jagdgebiet wechseln. Diese Jagdtaktik, auch Intervalljagd genannt, bedingt die enorme Reviergröße.

Lebensraum Oberösterreich
Oberösterreich hat derzeit Anteil an zwei Luchspopulationen, einmal im Norden, im Böhmerwald-Freiwald und einmal im Süden, im Nationalpark Kalkalpen, wobei sich die Tiere nicht statisch in diesen Gebieten aufhalten, sondern Wanderungen bis weit über die Landesgrenzen hinaus unternehmen. Der Naturschutzbund Oberösterreich, die Abteilung Naturschutz des Amtes der Oberösterreichischen Landesregierung und weitere Kooperationspartner wollen im Rahmen des Projekts „Pro Luchs“ dem Luchs in allen geeigneten Lebensräumen in Österreich eine Heimat bieten und setzen sich für eine überlebensfähige Luchspopulation ein. Damit dies erreicht werden kann, ist eine Akzeptanz durch den Menschen notwendig.

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