Wintercheck für einen Wildtier-freundlichen Garten - Naturschutztipp des Naturschutzbundes OÖ.

© Gudrun Fuß

Laub rechen, einen Baum pflanzen sowie Äpfel, Nüsse und andere Früchte ernten – im Herbst ist im Garten viel zu tun. Ohne viel Aufwand kann man nun auch Winterquartiere für Wildtiere schaffen und ihnen Nahrung für die kalte Jahreszeit bereitstellen, so der Naturschutzbund Oberösterreich. Dann fühlen sich Igel, Rotkehlchen und andere tierische Gartenbewohner nicht nur im Sommer willkommen.

Im Herbst sind viele Tiere auf der Suche nach einem geeigneten Unterschlupf für den Winter. Der Igel beispielsweise nutzt Laubhaufen, um es sich dort für die nächsten vier bis fünf Monate gemütlich zu machen. In einer ruhigen Ecke des Gartens bitte daher Laub und Reisig zu einem Haufen aufschichten und diesen erst im April wegräumen – dann ist auch der größte Langschläfer munter. Auch für Amphibien wie die Erdkröte und Insekten wie Marienkäfer sind Laubhaufen ein optimaler Ort, die kalten Wintermonate zu verbringen.

Unter Sträuchern und Stauden sollten Blätter als natürlicher Wintermantel liegen bleiben. Spinnen, Asseln, Tausendfüßler, Schmetterlingsraupen und -puppen wissen die isolierende Wirkung der Laubschicht zu schätzen und gleichzeitig dienen die kleinen Tiere hungrigen Vögeln als Futter.
Sinnvoll ist es auch, verblühte Wildstauden bis zum Frühjahr stehen zu lassen. Einige Wildbienenarten nutzen die hohlen Pflanzenstängel als Winterquartier für ihre Brut. Die Samenstände von Karden, Disteln und anderen Pflanzen bieten zudem Nahrung für Vögel wie den Stieglitz, weiß Julia Kropfberger vom Naturschutzbund.

Unter der schützenden Eisdecke des Gartenteichs verbringen manche Amphibien den Winter in Kältestarre. Auch Libellenlarven und andere Wasserinsekten warten unter Wasser auf das nächste Frühjahr. Hier sollte daher nicht geputzt werden.

Florfliegen, Tagfalter wie Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs überwintern gern auf Dachböden oder in Kellern. Man sollte darauf achten, dass sie am Ende der kalten Jahreszeit ihr Winterquartier wieder ungehindert verlassen können.
Neben Meisen-Knödeln oder Vogelfutter aus einem Futtersilo als willkommenes Zubrot, bieten vor allem die Früchte heimischer Sträucher und Bäume wie Pfaffenhütchen, Hagebutten und Vogelbeeren den gefiederten Wintergästen ein reiches Nahrungsangebot. Auch über den einen oder anderen am Baum verbliebenen Apfel freut sich beispielsweise die Amsel.
Wertvoll für Vögel und andere Tiere sind Nistkästen als Unterschlupf in kalten Winternächten. Wer den Reinigungstermin verpasst hat, sollte im Spätherbst keine Nistkästen mehr säubern, sondern bis in den beginnenden Frühling damit warten.

Auch für den Frühling kann man nun vorsorgen: Krokus, Frühlingsknotenblume und andere Frühblüher sind erste, wichtige Nahrungsquelle für überwinternde Hummelköniginnen und Schmetterlinge. Solange der Boden noch nicht gefroren ist, sollte man Blumenzwiebeln für hungrige Insekten im Frühling setzten, rät der Naturschutzbund.

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Foto: Oliver Hoffmann - stock.adobe.com
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