21.12.2017, 15:35 Uhr

Schwarz und Lehaci im Interview

Viktoria Schwarz (r.) und Ana-Roxana Lehaci gehen mit voller Motivation und großen Zielen in das Jahr 2018. (Foto: Martin Pröll/Energie AG)
LINZ. Sie sitzen seit 2013 in einem Boot: die Kanu-Asse Viktoria Schwarz (32) und Ana-Roxana Lehaci (27) vom Verein Schnecke Linz. Sie sind meist gemeinsam unterwegs. Die StadtRundschau hat sie getrennt voneinander gefragt.

Wie fällt die Bilanz 2017 aus?
Schwarz: Es lief alles wirklich gut und ich wurde in meiner Weltcuppremiere im Einer sofort Sechste. Somit wusste ich, dass ich auch wieder bereit für den Zweier bin und wir unsere gemeinsamen Ziele starten können. Verletzungsbedingt hatten wir ein Jahr Pause im Zweier. Es fühlte sich aber auf Anhieb an, wie wenn wir nie aufgehört hätten. Auf eine Weltcupmedaille, auf einen sechstenPlatz bei der WM können wir wirklich stolz sein und für die nächsten drei Jahre bis Tokio 2020 aufbauen.
Lehaci: Ganz gut. Wir haben uns ja erst im April wieder entschieden, dass wir gemeinsam Doppel fahren. Beim letzten Weltcuprennen in Serbien haben wir die Weltcupmedaille mit Final-Platzierung geholt. Wir haben uns dann entschieden, dass wir das die nächsten drei Jahre wieder gemeinsam machen. Es stand ja im Raum, dass wir beide nur im Einzel fahren. Wir haben es probiert, doch wir sind beide Mannschaftssportler. Der Alltag ist angenehmer und anders.

Wie sehen der Ausblick und Ziele für 2018 aus?
Schwarz: Wieder voll durchstarten! Trainingslager im Frühjahr in Obertraun, Teneriffa, Australien, und ab Mai starten die Weltcupsaison, EM und WM. Wir wollen bei der WM auf jeden Fall wieder in der Weltspitze mitpaddeln.
Lehaci: 2019 geht es um die Olympia-Quali. 2018 und 2017 sind eher Übergangsjahre, wo wir uns weitere Plätze nach vorne erkämpfen wollen. Bei unserem Sport geht es relativ eng zu. Im Finale kannst du Erster oder Achter werden.

Was schätzt Viktoria an Ana-Roxana und umgekehrt?
Schwarz: Dass wir uns blind verstehen, im Training und auch nach dem Training.
Lehaci (lacht): Unsere Freundschaft. Wir kennen uns so gut, dass wir keine Geheimnisse haben. Und: Wenn es mal leise ist oder zach, dass man nicht reden muss. Es ist immer angenehm mit ihr, quasi nonverbal und telepathisch. Das hat man mit wenigen Menschen.

Gibt es ein Ritual vor den Rennen?

Lehaci: Eigentlich nicht. Ich putze immer meine Sonnenbrille. Ich fahre immer mit Sonnenbrille, Vicky ja nie, sie kriegt ja immer hinten mein Wasser ins Gesicht. Der Trainer checkt Boot und Steuer. Ich, ob der Winkel von meinem Paddel passt. Bevor wir zum Start gehen, ruft Vicky immer "Ana, pass auf´n Hut auf". Wir haben so einen Startblock, so einen Hut vorn, in den man mit dem Spitz einfahren muss.

Wie wird Weihnachten verbracht, gemeinsam?
Schwarz: Ich freue mich jetzt schon auf die besinnliche Weihnachtszeit gemeinsam mit meinen Eltern und Brüdern zu Hause.
Lehaci: Ich feiere mit meiner Familie und ganz ruhig. Vicky und ich schenken uns nichts zu Weihnachten, nur zum Geburtstag. Zu viele Geschenke tun uns nicht gut. 24. und 25. Dezember sind auch komplett trainingsfrei. Ab Jänner ist dann wieder Trainingslager.

Interview geführt von Herbert Pumann.
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